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Artgerechte Tierhaltung | Hamsterkäfige, Auslauf und Gesellschaft


Die Frage nach artgerechter Tierhaltung sollte nicht von Lust und Laune bestimmt sein, sondern eine grundsätzliche Moral darstellen. Tiere, die gehalten werden, leben in besonderen Situationen und müssen dementsprechend behandelt werden. Das Tier seiner natürlichen Art zu berauben, ist Quälerei, allerdings nützt es auch nichts, nur menschliche Züge auf das Tier zu projizieren und dementsprechend zu behandeln.

Man muss verstehen, welche Bedürfnisse ein Tier hat und diese dann versuchen so gut wie eben möglich zu bedienen. Es klingt für manche zwar absurd, aber es hilft enorm, wenn man sich das Tier als Familienmitglied vorstellt. Natürlich heißt das nicht automatisch, dass der Hund am Frühstückstisch auf dem Stuhl sitzen muss, sondern eben, dass jeder nach seinen Bedürfnissen bedient wird. Die Mutter bekommt eben mal Schuhe, der Vater sein Bier, das Kind die Eisenbahn und der Hund seinen Knochen. Es klingt banal, aber wer gedanklich das Tier schon ausgrenzt, hat schlechte Karten, sich ihm wirklich zu nähern.


Artgerechte Haltung unmöglich

Grundsätzlich muss natürlich auch die Frage gestellt werden, was artgerechte Haltung überhaupt bedeutet. Ist es überhaupt möglich, ein Tier artgerecht zu halten. Was würde es übertragen auf den Menschen bedeuten, wenn dieser artgerecht gehalten werden würde? Eine Wohnung mit 60 Quadratmeter oder mehr? Bedeutet es, dass der Mensch bekommt, was er will? Wie oft darf er raus, wie oft gibt es Essen? Hier soll nicht der Fehler gemacht werden und vermenschlicht werden, aber es zeigt, dass die Frage nach artgerechter Haltung schwierig ist. Natürlich kann der Hund nicht mehr wie seine Vorfahren im Wald herumlaufen, das muss er aber auch gar nicht. Es geht eher darum, dass Tier und Mensch sich anpassen.


Bedürfnisse kennenlernen

Dazu gehört auch, dass man lernt, was ein Tier für Signale sendet. Und das ist durchaus möglich. Wenn ein Hund ununterbrochen bellt, will er damit nicht ärgern, sondern sich mitteilen. Da hilft keine Schläge, sondern nur Ursachenforschung. Wenn der Hund bellt, wenn man ihn an eine Laterne bindet, um einkaufen zu gehen, dann macht er es aus Angst. Da muss man sich drauf einstellen.

Auch gilt dies zu berücksichtigen, wenn zum Beispiel Nagetiere angeschafft werden. Diese haben natürliche Bedürfnisse, die leicht zu erkennen sind. Sie laufen gerne und suchen viel. Ein Hamsterkäfig sollte daher sehr groß sein, Futter kann auch mal versteckt werden. Häufige Fehler sind auch die der alleinigen Haltung. Wie bei Meerschweinchen. Diese sind Gruppentiere, weshalb es nicht artgerecht ist, alleine ein Meerschweinchen zu halten. Noch dazu brauchen sie viel Auslauf.
Man muss nicht die Sprache der Tiere verstehen, um möglichst artgerecht mit ihnen umzugehen. Zuhören hilft dabei immer.


Geschrieben von Charalabos Tsilimekis ( tsilimekis [at] texter-ct.de )

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