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Controlling der betrieblichen Weiterbildung in Unternehmen

Viele Unternehmen verstehen unter dem Begriff Bildungscontrolling die Kostenkontrolle von Weiterbildungsmaßnahmen.

In der Praxis besteht das Bildungscontrolling oft nur in Form einer Zufriedenheits-Abfrage. Die Zufriedenheit der Teilnehmer nach einem Training bzw. Seminar ist selbstverständlich ein wichtiger Aspekt, doch gibt das Ergebnis wenig Aufschluss darüber, ob und wie das Gelernte im Bewusstsein der Teilnehmer verinnerlicht wird und wie es letztlich im betrieblichen Alltag Umsetzung findet.


Bildungscontrolling kann sich aber nicht nur in der Bewertung der Qualität der Weiterbildung erschöpfen, sondern letztlich in einer Kosten-Nutzen-Kontrolle am Arbeitsplatz. Selbst wenn Betriebe einzelne Elemente der Planung, Steuerung und Kontrolle in der Fort- und Weiterbildung nutzen, wie zum Beispiel

  • Ermittlung des Qualifizierungsbedarfs im Betrieb
  • Bewertung der Qualität der Weiterbildungsangebote sowie der Weiterbildungsmaßnahme
  • Erfassung der Kosten der Weiterbildung im Betrieb
bleiben es Instrumente der Planung und Kontrolle.

Insofern muss die Frage erlaubt sein, geht es um Bildungscontrolling oder geht es um Kostenkontrolle in der Bildung?

Letzteres ist notwendig, kann jedoch nicht als Controlling definiert werden.

Der zunehmende Kostendruck in Unternehmen, besonders in Zeiten knapp werdender Kassen, veranlasst Personalentwickler Personalkosten und somit auch die Weiterbildung in ein Kosten-Nutzen-Denken zu pressen, demnach Belege und Beweise für den Nutzen von betrieblicher Weiterbildung zu erfassen. Im Trend dazu werden Matrix und Portfolio zur quantitativen Erfassung des ökonomischen Nutzens von Weiterbildungsmaßahmen angeboten.
Es mutet an die Bildung an Kosten und Nutzen messen zu wollen, analog sonstiger betriebswirtschaftlicher Kennzahlen im Unternehmen. Doch Messgrößen wie Gesamtumsatz, Umsatzentwicklung, Neukundengewinnung oder Marktanteile können nicht quantitativ und prozentual den Kosten der Weiterbildungsmaßnahmen zugeordnet werden.

Der eigentliche Nutzen von Fort- und Weiterbildung in Unternehmen wird nur sehr selten hinterfragt und hinterlegt.

Doch gerade Trainings, Seminare und Coachings im Rahmen der betrieblichen Weiterbildung zielen auf Bewusstsein- und Persönlichkeitsveränderung der Teilnehmer. Der Nutzen für den Betrieb zeigt sich oft erst in der Umsetzung im betrieblichen Arbeitsumfeld, in der Anwendung von erworbenem Wissen und der Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten am Arbeitsplatz.


Geschrieben von Wolfgang Jura ( info [at] jura-trainings.de )

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