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Der Bilderzyklus "Briefe an einen Unbekannten"

Die Fotokünstlerin Gabriele Hitrik präsentiert ihre neusten Werke bei omanut

Seit kurzem präsentiert die Künstlerin Gabriele Hitrik ihre Serie „Briefe an einen Unbekannten“ bei der Internetgalerie omanut, worin sie die Verknüpfung zwischen dem modernen Internetzeitalter und der Phantasiewelt des Don Quichotte auf interessante Weise herstellt.

Don Quichotte sucht Dulcinea ...

In künstlerisch reizvoller Auseinandersetzung bietet der fotographischer Bilderzyklus von Gabriele Hitrik Einblick in das kurze Intermezzo einer zwischenmenschlichen Verbindung. Es ist die Erzählung eines leidenschaftlichen Gedankenaustausches zweier Unbekannter, die in sehnsüchtiger Bekenntnis aufeinandertreffen. in einer multimedialen Welt der Vernetzung finden sich Mann und Frau im Dschungel des World-Wide-Web, tauschen sich aus und finden heraus, daß ihre persönliche Episode der romantischen Liebelei des Don Quichotte zu seiner angebeteten Dulcinea gleicht. Über elektronisches Kommunikationsmittel Vollzieht sich die Anziehungskraft des Fremden in postmoderner Version. das Internet gestaltet sich als attraktiver Spielraum und Freiraum phantasievoller Intimität und bewahrt gleichzeitig die Sicherheit auf Diskretion. Diesmal liefert Dulcinea eine illustrative Stellungnahme an den Ritter des 21. Jahrhunderts. Von dem Spiel der Unnahbarkeit inspiriert, offenbart sie sich dem voyeuristischen Sehorgan der Kamera. Auf ihre Weise schildert sie das gemeinsame Hirngespinst unerfüllter Phantasie und enthüllt mit der Sprache ihres Körpers Illusionen virtueller Vertrautheit. Als Muse des Junkers präsentiert sie sich nackt und sinnlich, gibt jedoch das Rätsel ihrer wahren Identität nicht preis. Ihr intimes Bildgeständnis an den unbekannten Heroen gibt Antwort auf das diffuse Verhältnis der idealen Vorstellungswelt zweier Partnersuchender. der utopischen Maxime zum trotz durchbricht Dulcinea das Tabu dieser idealisierenden Barriere, indem sie Unvollkommenheit aus ihrer Latenz in den öffentlichen Raum überführt. Dabei entlarvt sie das zauberhafte Etikett einer makellosen Dulcinea, das sie ihrem Liebsten entgegenhält.

Über die Künstlerin:

geboren am 25.03.1973 in ostrov (tschechische republik)
Seit über einem Jahrzehnt dokumentiert G. Hitrik flüchtige Momente eindrucksvoller Gemütsbewegung. Mit ihrer Kamera beleuchtet sie Augenblicke menschlicher Empfindung, die mit traditioneller Sehgewohnheit brechen. Fotographische Bildvariationen folgen dabei dem Prinzip bewegter Menschenbilder. Eine durchweg ikonographisch kühle Ästhetik begleitet den Menschen in seinen unmittelbaren Bewegungsabläufen, Portraitaufnahmen und Aktdarstellungen.
Der dem bloßen Auge verborgene Bewegungsverlauf ist in betont schemenhafte Bildqualität eingefangen. durch Unschärfe, Überbelichtung und verwackelte Wiedergabe der Motive tritt Menschlichkeit in ihrer speziellen Eigenart in Erscheinung. subtil wirken die zur Verfremdung stilsisierten Fotografien auf den Betrachter. sensibel öffnet sie den blick für die bloße Unzulänglichkeit des Menschen.


Geschrieben von Johannes Biedermann ( j.biedermann [at] omanut.de )

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