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Neue Browsergames brauchen mehr Innovation für einen Erfolg
In den letzten Jahren schafften Browsergames scheinbar mühelos den Sprung von einer kleinen Nische im Bereich der Onlinespiele zu einer äußerst populären Freizeitbeschäftigung. Heute genießen zahlreiche Titel einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und werden täglich von mehreren tausend Nutzern gespielt. Insbesondere Simulationen und Strategiespiele sind in der aktiven Community äußerst beliebt. Mit dem kommerziellen Erfolg scheint allerdings auch ein Mangel an innovativen Spielideen Einzug gehalten zu haben. Fast täglich erscheinen neue Browsergames im Internet, aber selten mit einem wirklich neuen Konzept. Ist diese Branche zu ihrer Blütezeit in ein kreatives Loch gefallen?

Kurz vor der Jahrtausendwende sah die Situation noch anders aus. Damals entstanden die ersten Browsergames in den Zimmern diverser Hobby-Programmierer unter einfachsten Bedingungen. Grafisch recht simpel gehalten und meist auf Texten und Tabellen basierend waren diese Onlinespiele nur etwas für echte Liebhaber. Rundenbasierte Browserspiele boten wenige Aktionsmöglichkeiten und richteten sich eher auf lange Spielzeiten als schnelle Unterhaltung. Dennoch gab es eine scheinbar unendliche Fülle an Ideenreichtum in der Browsergames-Szene. Verschiedenste Genres wurden als Vorbilder für die Titel genommen und trotz der beschränkten technischen Möglichkeiten des World Wide Web konnten zahlreiche Spiele immer wieder mit neuen Konzepten aufwarten.

Heute entwickeln professionelle Teams und Unternehmen die populärsten Browserspiele auf dem Markt. Zwar ist die Teilnahme an einem solchen Spiel immer noch kostenlos, aber mittlerweile sind auch Zusatzinhalte gegen bare Münze erwerbbar, die mitunter Nutzern einen erheblichen Vorteil in ihrer virtuellen Welt verschaffen. Auf diese Weise refinanzieren die Firmen ihre Investitionen in Programmierer und Grafiker. Im Zuge der Gewinnmaximierung werden nun aber auch erfolgreiche Titel einfach nachgebaut. Die Spiele in den Browsergames Top 10 unterscheiden sich meist nur noch im Setting voneinander. Statt in der römischen Antike kämpft man sich eben durch das Mittelalter oder die Renaissance. Aus diesem Grund werden kritische Stimmen in Foren und anderen Diskussionsplattformen immer lauter, denen die Branche durchaus Gehör schenken sollte. Nur mit der Community als eine feste Basis können Browserspiele ihren bisherigen Erfolg in dieser Form weiter vorantreiben.

In diesem Zusammenhang kommt insbesondere sozialen Netzwerken und anderen Orten der schnellen und einfachen Kommunikation eine hohe Bedeutung zu. Browsergames und ihre Spielerzahlen leben in einem hohen Maße von viralen Verbreitungsmöglichkeiten. Eine klassische Bewerbung in Print- und TV-Kampagnen findet zwar immer noch statt, besitzt aber längst nicht mehr die Zugkraft einer Social Media Welle und ist für Browserspiele daher nur ein sekundäres Standbein. Besonders populäre Titel verfügen über eine Fanseiten und Community-Systeme zur gezielten Steuerung und Verbreitung.

Regelmäßige Updates und neue Funktionen werden über News publik gemacht und sichern Browsergames seit Jahren einen nachhaltigen Spielerfluss, von dem auch ältere Titel profitieren.

Geschrieben von Georg Zahn ( georgezahn [at] hotmail.de )

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