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Die Hochgeschwindigkeitsnetze werden 2008 ausgebaut

Downloads bis zu 100 Mbit/s

DSL-Zugänge mit 16.000 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) sind derzeit für viele Internetnutzer noch die technisch mögliche Höchstgrenze bei der Internetbandbreite. In ländlichen Gebieten müssen sich die Netzsurfer sogar mit erheblich geringen Downloadraten zufrieden geben. Doch die großen DSL-Provider sind schon weiter. Sie denken in Geschwindigkeitskategorien mit einem Download von bis zu 100.000 Kbit/s.

Zunächst wird der Aufbau solcher Hochgeschwindigkeitsnetze primär in den Großstädten erfolgen. Im Westen Deutschlands bastelt etwa der Regionalanbieter NetcCologne an dem Ausbau seines eigenen Netzes. Im Frühjahr 2008 sollen die ersten 9000 Gebäude an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen sein. Im Norden der Republik werkelt Anbieter Hansenet mit seiner DSL-Marke Alice ebenfalls an einem 100 Megabit-VDSL-Netz. In der Anfangsphase will Hansenet 15.000 Häuser und rund 100.000 Haushalte mit schnellen Internetzugängen versorgen. Die Investitionen dafür werden bei etwa 50 Millionen Euro liegen. Der lokale Kabelnetzbetreiber Martens will sein Kabelnetz sogar für Downloads mit bis zu 300 Mbit/s aufrüsten.

VDSL kommt aufs Land

Im bayerischen München und Augsburg bringt Regionalanbieter M-Net sein Netz auf 100.000 Touren. Im Oktober 2007 wurde der VDSL-Ausbau erst in München begonnen, im Februar wurde der Startschutz für VDSL auch in Augsburg gegeben.

Der Berliner Anbieter Versatel hatte im November 2007 seine Pläne zum Bau eines eigenen schnellen Glasfasernetzes bekanntgegeben. Starten wolle man unter anderen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. United Internet ist mit rund 25 Prozent an Versatel beteiligt und hält sich für die Zukunft alle Schritte offen. So könnte auch der Mutterkonzern von DSL-Provider 1&1 ein eigenes schnelles Netz erhalten.

Doch auch ländliche Gebiete sind Testgebiet für Hochgeschwindigkeitsnetze. So will Arcor, zwei ostdeutschen Gemeinden als Pilotprojekte wählen, um Erfahrungen mit dem Aufbau von VDSL-Netzen auf dem Lande zu gewinnen. Arcor soll noch 2008 von Vodafone komplett übernommen werden, bereits jetzt hält Vodafone 74 Prozent an Arcor.

Kabelnetzbetreiber werden zur Konkurrenz

Die großen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW verfügen ebenfalls über eigene Netze, die derzeit mit Hochdruck internet- und rückkanalfähig ausgebaut werden. Kabel Deutschland bietet aktuell bereits 30 Mbit/s, bei Unitymedia sind es 32 Mbit/s, beim baden-württembergischen Anbieter Kabel BW stehen Kunden Downloadraten bis zu 25 Mbit/s zur Verfügung. Dadurch werden diese Anbieter zur Konkurrenz für die herkömmlichen DSL-Provider.


Geschrieben von Jörg Schamberg ( jsc [at] onlinekosten.de )

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