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Eine Tradition bei der Hochzeit ist die Brautentführung
Meist sind es die Freunde des Paares, die die Braut entführen. Dabei ziehen die Entführer mit der geraubten Braut von Gasthaus zu Gasthaus, wobei der Bräutigam früher immer die Zeche zahlte. Heute wird es meist toleranter gehandhabt. Die Entführer gehen an einen bestimmten Ort, z. B. ein öffentliches Gebäude, und hinterlassen ein paar Hinweise, um dem Bräutigam die Suche zu erleichtern. Das Auslösen ist meistens mit einer Aufgabe für den Bräutigam verbunden, beispielsweise eine künstlerische Darbietung (strippen, singen usw.), abwaschen für die nächsten Wochen, eine schöne Liebeserklärung an die Braut, Liegestützen oder ähnlichem.

In Österreich und Bayern ist es heute (besonders auf Bauernhochzeiten) üblich, vor der Auslösung der Braut „Gstanzl“ zu singen.
Dieser Brauch geht zurück auf das vermeintliche Recht der ersten Nacht im Mittelalter. Einem Mythos zufolge hatten die Kirche und der Adel im Mittelalter das Recht, ihre weiblichen Untergebenen in der Hochzeitsnacht zu entjungfern. Damals sollen die Bräute von den Dienern der Obrigkeiten aus den Hochzeiten entführt worden sein. Die Geschichtswissenschaft sieht in diesem Recht jedoch mehr eine literarische Fiktion. Die Brautentführung findet meist am Nachmittag der Hochzeitsfeier statt und dient mehr der Unterhaltung der Gäste, die sich über die Aufgaben, die dem Bräutigam gestellt werden, amüsieren können. Meistens ist es üblich, dass zum Schluss die anwesenden Gäste entscheiden, ob der Bräutigam seine Braut schon zurückbekommt oder ob er noch weitere Aufgaben erfüllen muss.
Noch mehr Informationen gibt es auf www.brautkleider.org.

Geschrieben von Udo Zweckerl ( artikelvz [at] zweckerl.de )

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