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Angst vor der Gedichtanalyse ist in Zeiten des Internets unnötig.
Gedichtinterpretationen gelten bei den meisten Schülern als verhasst. Oft ist unklar, wie man an das Gedicht herangehen muss und wo der Hebel für die gelungene Analyse anzusetzen ist. Zusätzlich ist der Schüler meist in dem Zwiespalt, dass viele Gedichte zwar nach subjektiver Intuition interpretiert werden können, dass der Lehrer aber eine Musterlösung erwartet. Abweichende Interpretationen haben trotz guter Begründung selten die Chance auf eine faire Benotung, was schnell den Frust am Interpretieren aufkommen lässt. Wurde schon vor der Analyse ein „falscher“ Ansatz gewählt, rückt die gute Note meist in unerreichbare Ferne.
Zudem wird der Schüler eingespannt in ein Korsett aus stilistischen Mitteln und formalen Aufbau. Es gibt diverse Fahrpläne, wie man bei einer Gedichtanalyse vorgehen soll und wie der Aufbau zu sein hat. Da diese Fahrpläne aber allesamt leicht abweichen und selbst das Schulbuch häufig mit den Aussagen des Lehrers kollidiert, sind die Schüler komplett verwirrt. „Was ist daran Interpretieren, wenn es eh nur eine richtige Lösung gibt?“ denkt sich da so mancher geplagte Schüler. Deutsch, welches ein ansonsten recht beliebtes Hauptfach ist, treibt viele beim Thema Interpretationen in die Verzweiflung.

Nachdem ein Gedicht mehrfach durchgelesen wurde und der Notizzettel immer noch leer ist oder nur zaghafte Theorien enthält, beginnt bei manchen die Resignation. „Was will der Autor sagen?“ lautet die marternde Frage, die wie ein Damokles-Schwert über der Hausaufgabe schwebt. Nicht selten versuchen die Schüler dann ihre Interpretationen über den Vergleich mit anderen Hausaufgaben aus dem Internet abzusichern oder diese Lösungen gleich vollständig zu übernehmen. „Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht“ denken sich Schüler bei Gedichtinterpretationen.
Die Idee, die eigene Hausaufgabe mit anderen zu vergleichen und zumindest sicherzustellen, dass man am Thema nicht völlig vorbei-interpretiert, ist gut. Dieser Rettungsanker sollte aber nicht allein dazu verführen, die fremde Hausaufgaben-Vorlage nur zu übernehmen. Bei diesem Vorgehen muss man sich zwingend mit dem Gedicht beschäftigen, seine eigenen Fehler verbessern und im Hinterkopf behalten, dass auch die Interpretationen von anderen Schülern selten perfekt sind.
Manche Seiten orientieren sich am Bedürfnis der Schüler, ohne dabei den Lerneffekt zu vernachlässigen. Bei der Gedichtinterpretation kann z.B. http://lyrik.antikoerperchen.de helfen. Neben Beispiel-Interpretationen kommen auch die stilistischen Mittel mit Erläuterung nicht zu kurz. Auch dass die meisten Schüler mit Geschichtsereignissen vor ihrer Zeit nicht besonders vertraut sind, wird berücksichtigt; in einem Abwasch werden der historische Hintergrund und Informationen zur Epoche und Autor an die Hand gegeben. Mühseliges Recherchieren entfällt zunächst, sodass man einen gemeinsamen Einstiegspunkt für alle relevanten Aspekte des Gedichts hat. Die Ausarbeitungen sind zudem bebildert, detailliertere Informationen sind verlinkt und es werden Querverweise zu ähnlichen Gedichten geknüpft.

Mit der nötigen Hilfestellung kann eine Gedichtinterpretation auch Spaß machen und der Schüüler kann seine eigenen Ansichten in die Interpretation einfließen lassen, ohne wegen inhaltlicher Fehler gleich eine schlechte Note zu riskieren.

Geschrieben von Dirk Niemeier ( antidns [at] yahoo.de )

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