Haben Kassenpatienten Vorteile durch den Gesundheitsfonds?
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Die meisten GKV-Mitglieder einen Tarif in der Krankenzusatzversicherung ab. Massive Leistungskürzungen im Rahmen der Gesundheitsreform 2005 führten zu einem erhöhten Bedarf nach ergänzenden Versicherungsschutz. Im Bereich der Leistungen hat der Gesundheitsfonds zu keiner Wende geführt. Dies bestätigen die nach wie vor anhaltenden Abschlussquoten im Bereich der Krankenzusatzversicherung. Eine Leistungsanhebung war aber auch nicht geplant gewesen. Vielmehr ging es darum, die schmale Grundversorgung aus der gesetzlichen Krankenversicherung aufrecht zu erhalten. Dies scheint allerdings auch nur ansatzweise gelungen, da die Kassen mittlerweile sogar einkommensunabhängige Zusatzbeiträge erheben dürfen. Anfang 2011 machten immerhin 13 Kassen von diesem Recht Gebrauch. Um die medizinische Versorgung aufrecht erhalten zu können, erhoben sie einen solchen Zusatzbeitrag.
Damit ist das schwarze Parteienlager seiner ursprünglich geplanten Kopfpauschale etwas näher gekommen. Mit dem Sozialausgleich geriet diese Entwicklung jedoch wieder etwas in stocken. So darf der Zusatzbeitrag max. 2 % vom Einkommen des GKV-Mitglieds betragen. Zuvor konnten die Krankenkassen bis zu 8 EUR monatlich ohne Einkommensüberprüfung von den einzelnen Mitgliedern als Zusatzbeitrag erheben. Auf der anderen Seite wurde der allgemeine Beitragssatz ab 2011 von 14,9 % auf 15,5 % angehoben. Damit konnte zwar die medizinische Versorung aufrecht erhalten werden, aber auch nur zu einem höheren Beitragssatz.
An dieser Stelle darf sich der Bürger zurecht fragen, ob der höhere bürokratische Verwaltungsaufwand nach Einführung der zentralen Stelle, angesichts dieser Entwicklung gerechtfertigt werden kann. Manch einem erscheint die Gesundsheitsfondsreform nur als Notlösung der ehemaligen großen Koalition. Keine Bürgerversicherung und auch keine Gesundheitsprämie, aber dann wenigstens die eine zentrale Verteilungsstelle ... Zumindest die Bürger liessen sich damit vorerst beschwichtigen.
Allerdings scheint es so, als dass der Gesundheitsfonds durch die Zusatzbeiträge immerhin zu mehr Wettbewerb unter den einzelnen Kassen geführt hat. Anfang 2011 gab es nur noch 156 gesetzliche Krankenkassen (vor der Reform belief sich in 2008 die Zahl der Kassen auf mehr als 221). Von diesen 156 gesetzlichen Krankenversicherern erhoben nur 13 Kassen einen Zusatzbeitrag. Für die gesetzlichen Versicherer scheint es demnach so, dass die Zusatzbeiträge oft nur der letzte Ausweg sind, da im Anschluss an eine solche Erhebung wohl die meisten Mitglieder die Kasse verlassen dürften. Dies jedenfalls wird sicherlich zu einem weiteren Kassensterben führen. Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hält an dieser Stelle zwischen 30 und 50 gesetzliche Krankenversicherer für absolut ausreichend. Damit scheint aber auch das Krankenversicherungssystem für manch ein GKV-Mitglied doch noch transparenter geworden zu sein. An dem Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung kommen dennoch nur wenige vorbei. Es bleibt abzuwarten, ob die GKV auch in Zukunft weitere Leistungskürzungen für notwendig erachtet. |
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Geschrieben von Levin Kokott ( pr [at] skytrust.de )
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