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Griechenland beschäftigt die Tage viele Gemüter. Im August wird eine Anleihe in Höhe von über 6 Milliarden Euro fällig. Ohne Hilfe wäre Griechenland spätestens zu diesem Zeitpunkt aller Wahrscheinlichkeit nach zahlungsunfähig. Bisher konnten die Verantwortlichen noch keine Einigung erzielen, wie in Zukunft verfahren werden soll. Erneut ist die Zeit für ein mögliches neues Rettungspaket knapp.
Um alle fälligen Anleihen auszahlen zu können und das Staatsdefizit finanzieren zu können benötigt das Land für die nächsten 3 Jahre ungefähr erneut 100 Milliarden Euro an Unterstützung. Davon will Griechenland mit dem Verkauf von Staatsgut ungefähr 30 % eigenständig aufbringen.
Eine Frage wird aktuell heiß diskutiert: Sollen die privaten Gläubiger mit in die Haftung genommen werden oder nicht? Der deutsche Finanzminister fordert eine Verlängerung der bestehenden Anleihen um 7 Jahre. Damit würde Griechenland erst einmal wertvolle Zeit gewinnen, auch wenn das eigentliche Problem nur nach hinten verschoben wird. Die Umsetzung ist jedoch wenig wahrscheinlich, da die Ratingagenturen jegliche Veränderung dieser Art als Zahlungsunfähigkeit Griechenlands einstufen würden. Die EZB ist gegen einen solchen Lösungsvorschlag, da diese dann die griechischen Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit akzeptieren könnte und die Geschäfts-Banken nicht mehr mit benötigter Liquidität versorgt werden können, zumindest nicht von der EZB. Der Geldhahn wäre faktisch abgedreht und eine solche Situation würde den Markt neben den wirtschaftlichen Folgen sehr verunsichern.
Für den Devisenhandel würde dies bedeuten, dass der Euro wahrscheinlich weiter abwertet. Letztendlich wird es mit großer Wahrscheinlichkeit auf ein neues Rettungspaket hinauslaufen, denn es gibt wenig sinnvolle Alternativen, wenn man an der Eurozone festhalten und das Vertrauen stärken möchte. Im Gespräch war die letzten Tage auch die so genannte Wiener Initiative als Vorbildfunktion. Dabei sollen Versicherungen und Banken auf freiwilliger Basis neue Staatsanleihen kaufen, wenn bestehende fällig werden. Aber auch bei dieser Lösung würden die Ratingagenturen, wie bereits angekündigt, eine Herabstufung des Ratings vornehmen. S&P würde das Staatsrating auf SD (Selective Default) und Fitch auf RD (Restricted Default) setzen. Einige halten die Meßlatte der Ratingagenturen für zu gering und kritisieren die Abhängigkeit mit der Forderung und Schaffung einer europäischen neutralen Ratingagentur. Dies Kosten für eine solche Umsetzung sind jedoch enorm hoch. Aufgrund der Unsicherheit geriet der Euro-USD Kurs die letzten Tage deutlich unter Druck. Devisenhändler halten sich zurzeit mit Long Positionen zurück und wollen zuerst die Entscheidung um Griechenland abwarten.
Zu einer extremen Abwertung wie im Jahr 2010 sollte es jedoch nicht kommen, da der Überraschungseffekt nicht vorhanden ist und der US-Dollar aufgrund des schwachen Wirtschaftswachstums ebenfalls nicht deutlich überzeugt.
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