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Handicapfreies Internet-Surfen für Sehbehinderte

Ein behindertengerechtes Einkaufsvergnügen gehört in den meisten Innenstädten schon längst zum Service. Der Verzicht auf Stufen im Eingangsbereich, Rolltreppen und Fahrstühle machen es auch gehandicapten Menschen möglich, sich weitgehend ungezwungen in den Konsumtempeln zu bewegen. Schließlich sind auch diese Menschen Kunden, die einen Teil der Nachfrage auf sich vereinen.
Beim Online-Shopping im Internet gehört behindertengerechtes Surfen jedoch noch nicht zum Standard. Dabei gaben bereits im Jahre 2002 vier von fünf Befragten mit Handicap an, über einfache bis gute Internetkenntnisse zu verfügen. Besonders die Gruppe der Blinden und Sehbehinderten erreichte in jener Umfrage besonders hohe Werte. Auffällig ist jedoch, dass auch fünf Jahre nach dieser Studie die Online-Shops nur sehr zögerlich auf diesen Tatbestand reagieren. Die Gruppe der Gehandicapten wird von ihnen noch nicht als relevante Zielgruppe wahrgenommen. Dementsprechend gibt es für diese Leute auch große Schwierigkeiten beim Warenkauf im Internet, sei es beim Kauf einer CD oder z.B. von Tennisartikeln. Schon eine unüberlegte Farb- und Kontrastwahl birgt für Sehbehinderte große, zum Teile unüberwindbare Hürden. Menschen mit motorischen Schwierigkeiten haben Probleme mit der kleinteiligen Menüführung. Blinde, die einen so genannten Screenreader benutzen, der die Inhalte einer Seite vorliest, sind oft trotz des vorhandenen Hilfsmittels nicht besser dran. Der Screenreader ist nämlich nur so gut, wie es der Programmcode der Seite zulässt. Dieser lässt momentan noch überwiegend zu wünschen übrig.
Um die Probleme, die behinderte Menschen im Umgang mit dem Internet haben, in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, wird durch die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen der BIENE-Award verliehen. Er geht jährlich an jene Unternehmen, die sich besonders um einen behindertenfreundlichen Internetauftritt bemühen und damit jene Käuferschichten einbeziehen, die zu oft außen vor bleiben. Gerade beim Online-Shopping ist dies jedoch unerwünscht, schließlich bieten die technischen Möglichkeiten doch gerade dieser Gruppe große Chancen. Der Gang in die Stadt entfällt, Waren können bequem von zu Hause aus eingekauft werden.




Geschrieben von Maik Langenberg ( MLangenberg [at] gmx.net )

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