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Was ist zu tun, wenn das geliebte Hifigerät schwächelt?
Vintage ist wieder in. Das gilt nicht nur für die Mode sondern auch für jeden anderen Bereich des Lifestyles. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich nach drei bis vier Jahrzehnten plötzlich auch wieder alte Hifigeräte. Seien wir ehrlich: Das Design der alten Boliden, seien es Verstärker, Receiver oder Tuner ist auch wirklich überragend: die massiven aus Aluminium gedrehten Knöpfe und Schalter, die massive gebürstete und oft sogar gravierte und eloxierte Metallfront, die altmodischen, noch mir echten Glühbirnen beleuchteten Anzeigeinstrumente, wie Radioskalen, VU-Meter und Feldstärkemesser haben einfach mehr Stil als die modernen Geräte, die oft im billigen Plastikgehäuse daherkommen.

Nach den Jahrzehnten, die solche Geräte in Betrieb waren bzw. den Jahren die sie möglicherweise eingelagert waren zeigen sich jedoch häufig mehr oder minder schwere technische Probleme. Diese Probleme äußern sich beispielsweise in kratzenden oder schwergängigen Schaltern, unangenehmen Beigeräuschen, aussetzenden Kanälen oder ausgefallerner Beleuchtung. Schlimmstenfalls kommt gar kein Ton mehr aus den alten Hifigeräten.

Die Ursachen für solcherlei Probleme liegen am häufigsten in irgendwie gearteten Kontaktschwierigkeiten. Als Laie kann man an dieser Stelle meist schon vieles ausrichten, wenn man bereit ist, sich ein wenig mit dem Thema auseinander zusetzen. Oft hilft schon eine einfach Reinigung im Inneren des Gerätes. Sollte der Fehler durch solch einfache Maßnahmen nicht zu beheben sein, dann muss man einen näheren Blick auf die Elektronikbauteile werfen. Oft bietet sich eine intensive Reinigung von Potentiometern, Relais und Schaltern an, die häufig ebenfalls für versteckte Kontaktprobleme verantwortlich sind.
Weitere häufig auftretende Fehler sind so genannte „kalte Lötstellen“, die sich meist an der Verbindung von großen und schweren Bauteilen zur Platine finden oder auch bei Bauteilen die selber viel Abwärme entwickeln. Diese kalten Lötstellen sind Lötverbindungen, bei denen beispielsweise aufgrund von zu geringer Hitze bei Löten oder großer mechanische Belastung kein dauerhafter Kontakt mehr hergestellt ist. Da solche Stellen schwer zu erkennen sind, bietet sich ein Nachlöten aller Lötstellen im gestörten Signalweg an, sofern man diesen mit Hilfe eines Schaltplans nachvollziehen kann.

Ebenfalls einigermaßen häufig für Fehler verantwortlich sind defekte Widerstände oder Kondensatoren. Meist kann man solche fehlerhaften Elektronikbauteile schon an optischen Auffälligkeiten erkennen, beispielsweise Verfärbungen aufgrund von Wärmeentwicklung oder an mechanischen Beschädigungen. Defekte Kondensatoren erkennt man häufig auch an ausgelaufenem Elektrolyt in der Nähe des Bauteils oder Deformierungen der Ummantelung.

Wenn all dies nichts hilft, dann bleibt dem Laien meist nur der Weg zum Fachmann oder der Kauf eines anderen optisch ansprechenden Hifigeräts, sofern sich die Reparatur wirtschaftlich nicht mehr lohnt.

Geschrieben von Simone Schulz ( s_schulzi73 [at] gmx.de )

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