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Reparatur an Historischen Baustoffen, insbesondere Gußöfen

Historische Baustoffe - Reparaturmaßnahmen Gußöfen

Wer einen alten Herd oder Ofen in Betrieb nehmen möchte, sollte diesen so weit wie möglich auseinandernehmen und von Rost, Staub, Asche und festgebackenen Heizmaterialrückständen befreien. Festsitzenden
Rost löst man mit den im Handel üblichen Rostlösemitteln. Wichtig ist,
dass auch kein noch so schlecht erhaltenes Einzelteil weggeworfen wird. Denn das Suchen nach Ersatz oder das Nachgießen ist nur dann möglich, wenn man weiß, wie das Originalteil ausgesehen hat. Meistens haben die Gussteile so viel Rost angesetzt, dass sie bearbeitet werden müssen. Das schnelle Sandstrahlen ist gefährlich, da hierbei die Gusshaut und das Dekor zerstört werden können.

Sensibler, aber auch arbeitsaufwendiger und gefährlicher ist die Arbeit mit
Winkelschleifern und Topfbürsten. Deshalb ist unbedingt auf Schutzbrille,
Staubmaske und Lederhandschuhe zu achten. Sofort nach der Reinigung muss
wieder mit der Nachbehandlung begonnen werden, da sonst die mühsam gereinigten Teile wieder Rost ansetzen. Früher hat man grundsätzlich nur mit Graphit gearbeitet, das auch heute noch im Handel ist. Es kann aufgestäubt und
auf Hochglanz gebürstet oder auch als Mischung aufgestrichen werden. Eine
weitere Möglichkeit ist das Einlassen von hochhitzebeständiger Ofenschwärze,
die auch Graphitbestandteile enthält. Seit kurzem gibt es hochhitzebeständige
Lacke und Sprays, die die typische Farbe und offenporige Struktur der Eisenhaut
erhalten.
Weisen Gusseisenteile Risse und Bruchstellen auf, so kann man diese bei
einem Dekoelement – jedoch nie bei einer geplanten Inbetriebnahme –mit
einer Ersatzmasse, wie z.B. Eisenzement oder ähnlichem Material, kosmetisch
ausbessern. Das Schweißen von gusseisernen Teilen ist äußerst problematisch
und sollte nur von Fachleuten in Angriff genommen werden. Zwar gibt es heute
hierfür spezielle Vorrichtungen und Elektroden, aber die Wahl der richtigen
Temperatur ist eine Erfahrungssache, wenn man keine Löcher im Guss riskieren
will. Über das Nachgießen von Ofenbauteilen, die der Feuerung ausgesetzt
sind, gibt es unter Fachleuten unterschiedliche Meinungen. Es ist mit Sicherheit
ein schwieriges und zeit- und kostspieliges Unterfangen, heute Handwerker
und Kunstgießereien zu finden, die über die Werkstoffe verfügen, die bei der
ursprünglichen Fertigung eingesetzt wurden. Auch haben sich die Herstellungstechniken geändert. Deshalb sind Sie immer gut beraten, wenn Sie sich bei der Anschaffung eines alten Ofens für ein Exemplar entscheiden, das in seinen wesentlichen Bestandteilen keine solchen Mängel aufweist.



Geschrieben von Hans-Martin Aurich ( info [at] webconsultant.de )

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