|
|
Ein Parfüm-Flacon mit Milch als Inhalt – so prangert die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in einer aktuellen Anzeigenkampagne die steigenden Milchpreise an. Die humorvoll transportierte Botschaft: Durch die wettbewerbsfeindlichen Eingriffe der EU-Agrarordnung werde dieses Naturprodukt für immer mehr Verbraucher zu einem Luxusgut.
Die Kritik scheint durchaus gerechtfertigt, wenn man die Website Glocalist.com liest: Der Milchindustrieverband (MIV) rechne demnach bis zum Ende 2007 mit einer Milchpreissteigerung von rund zehn Prozent. Das ist noch nicht alles: Innerhalb der letzten 12 Monate sei in Deutschland der Preis von Magermilchpulver um satte 61 Prozent und jener von Butter gar um 82 Prozent gestiegen! Die Ursache liege darin, dass die vor Jahren noch bestehenden Milchseen ausgetrocknet und die Butterberge heute abgeschmolzen sind. INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer wird mit folgendem Kommentar zitiert: „Das Angebot wird vom Staat durch Quoten verknappt, was zu den Preissteigerungen beiträgt. Der Verbraucher zahlt doppelt: an der Kasse im Supermarkt und auf dem Umweg der Steuern, mit denen die Landwirtschaft subventioniert wird. Immer wenn der Staat Preise und Mengen diktiert, zahlt der Verbraucher am Ende drauf." Vor vier Jahren wurden die früheren Preisstützungen für die Landwirtschaft durch Direktzahlungen an die Bauern abgelöst. Diese Zahlungen fließen nun munter weiter, obwohl die Landwirte aufgrund der gestiegenen weltweiten Nachfrage immer besser vom Absatz leben können. Das neueste Milch-Anzeigenmotiv der INSM wurde auch von der reichweitenstärksten Tageszeitung Österreichs, der Kronenzeitung, aufgenommen. Auch dort kommt man zum Schluss, dass die Kontingentierung der Milchproduktion, die den Landwirten nur begrenzte Produktionsmengen gestattet, die Verantwortung für die Engpässe und die damit verbundene Preissteigerung trage. Dies führe zum paradoxen Zustand, dass Landwirte zu wenig verdienten, obwohl der Konsument zu viel zahle…
|
|
|
|
|
| |
Geschrieben von Niki Bistricky ( niki.bistricky [at] chello.at )
|
|
|
| |