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MPU früher und heute: Der Idiotentest


Der Name Idiotentest, den die MPU nicht unbedingt zu Recht im Volksmund und in der Presse erhalten hat, stammt aus den 50 und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zur damaligen Zeit wurden nicht nur Alkoholsünder zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung geschickt, und Fahrer, die in einem kurzen Zeitraum öfter wegen groben Verstößen gegen das Verkehrsgesetz aufgefallen sind, sondern auch Führerscheinprüflinge, die die Prüfung das dritte Mal nicht bestanden haben. Am Stammtisch gab es großes Gelächter, wenn der Sohn, die Frau oder der Mann selbst die Fahrprüfung nicht bestanden haben, und die MPU angeordnet wurde.

Es war peinlich, zur MPU gehen zu müssen, um überhaupt seinen Führerschein das erste Mal zu bekommen. Die Ausbreitung des Spottnamens Idiotentest war nicht mehr zu verhindern. Ob es nun wirklich Idioten sind, die ihre Prüfung das dritte Mal nicht bestanden haben, ist fraglich; diese Regelung wurde auch Ende der 60er Jahre abgeschafft. Man ging dazu über, die MPU hauptsächlich dann zu fordern, wenn ein Fahrer, gleich welchen Alters, durch Alkohol im Verkehr, durch Fahrten unter Drogeneinfluss oder notorische Geschwindigkeitsüberschreitung auffiel. Natürlich wurden auch Einzelfälle bekannt, in denen Menschen zur MPU mussten, die aus Protest oder Unbelehrbarkeit massig falsch parkten oder ähnliches. Ob ein Fahrer zum Erlangen des Führerscheines geeignet ist, stellt sich durch die Prüfung heraus.

Das Wort Idiotentest ist auch zur heutigen Zeit durchaus im Jargon der Menschen zu finden. Nicht zuletzt sorgen Zeitungen dafür, die den Begriff immer wieder verwenden, vor allem, wenn sie über prominente Verkehrssünder berichten. Dass sich die Prüfungsmethoden der MPU in den Jahrzehnten sehr verändert haben und immer wieder den modernen Gegebenheiten angepasst werden, versteht sich von selbst.

Es lässt sich nicht festlegen, ob die Notwendigkeit der MPU in einer bestimmten Altersgruppe, abhängig von den Geschlechtern oder im finanziellen Umfeld eines notorischen Verkehrssünders begründet ist.


Geschrieben von Marcus Guttenberg ( guttenberg80 [at] web.de )

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