Kompressionsstrümpfe im Wandel der Zeit
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Es gibt viele Vorurteile, wenn es um Kompressionsstrümpfe geht. Dicke, braune Gummistrümpfe ist das erste, was dem Otto-Normalverbraucher in den Sinn kommt. Nahmhafte Strumpfmarken, wie z.B. Venosan, Sigvaris oder Bauerfeind haben diese Problematik erkannt und das Anliegen der Patienten ernst genommen. Nun sind eine ganze Reihe an modischen Strümpfen im Handel, welche von Auge nicht mehr von konventionellen Feinstrümpfen unterschieden werden können. Auch in Punkto Farben stehen die medizinischen Socken in nichts nach: Von den Standardfarben Natur, über jegliche Brauntonvarianten bis zu modernen Farben ist alles möglich!
Kompressionsstrümpfe sind als Hauptbestandteil in der Drucktherapie ein Sanitätsutensil. Es werden damit Krampfadern, auch Varizen genannt, das lymphatische Ödem, die Venenthrombose und deren Folgen angegangen. Aber auch zur Behandlung des Beingeschwürs kommen massgeschneiderte Socken zum Zuge.
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Das Funktionsprinzip von medizinischen Socken
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Kompressionsstrümpfe üben von extern Kompression auf das Gewebe der umschlossenen Wade, um dessen ausgeweitetes Gefässsystem zu entlasten. Ein Kompressionsstrumpf ist so hergestellt, dass die verursachte Kompression von oben nach unten gleich zum Parenchymdruck in Richtung der Schwerkraft steigt. Die ausgeübte Kompression des Strumpfes ist abhängig von Krankheitsgrad des Patienten und wird in die nach RAL definierten Kompressionsklassen eingeteilt. Die Kompressionsklasse I ist die leichteste Kompressionsklasse, vier die höchste. Obwohl Kompressionsstrümpfe nicht in der Lage sind aktiv zu entstauen, profitieren Patienten mit chronischen Schwellungen sehr von der graduellen Kompression.
Kompressionsstrümpfe und Kompressionsverbände dienen als Gegenpol für Muskelkontraktionen, ähnlich wie eine Muskelfaszie. Somit können sie nur dann Wirkung in der Kompressionstherapie haben, wenn der Strumpfträger hinreichend agieren kann. Menschen welche an das Bett gebunden sind, profitieren nur eingeschränkt von Kompressionsstrümpfen. Bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit und Polyneuropathien sollte vor jeder Kompressionstherapie genaue Abklärungen durch den Fachmann erhalten, welcher ebenfalls die Risiken abschätzen soll.
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Anwendung der Strümpfe zur Prophylaxe
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In schwächerer Version (KKL I) sind Kompressionsstrümpfe ebenfalls als vorbeugendes Hilfsmittel gegen Reisethrombose oder als Unterstützung für Angehörige dauernd stehender Beschäftigungen (z. B. Verkäufer/in) in Verwendung. Gegen neun Zehntel aller Thrombosen auf Überseeflügen können durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen gemeinsam mit alternativen antithrombotischen Massnahmen vermieden werden. Ursachen der Reisethrombose sind abgesehen von der eingeengten Sitzposition und der hierdurch verursachten schlechten Durchblutung der Waden auch die eher trockene Umgebung im Flugzeug. Wer bereits einemal eine Thrombose hatte, ist besonders gefährdet und sollte eine genaue Thromboseprophylaxe mit dem Arzt besprechen.
Fertigung von medizinischen Socken Charakteristisch für einen Kompressionsstrumpf ist das Zweizugmaterial, welches eine spezifische Quer- und Längsdehung zeigt. Die Fadenqualität ist mittlerweilen nur noch selten eine biologische Faser, gemischt mit einer dehnbaren Synthetikfaser. Die längere Haltbarkeit und sehr gute Hautverträglichkeit macht Vollsynthetikfasern sehr beliebt. Kompressionsstrümpfe werden im Rundstrickverfahren hergestellt, lediglich so kann ein Strumpf nahtlos produziert werden. Verfügt der zukünftige Träger des Strumpfes über ungewöhnliche Proportionen, so kann eine Maßfertigung sinnvoll sein. Eine andere Möglichkeit bieten hier aber auch flachgestrickte Strümpfe. Dabei werden die Strümpfe nicht im Rundstrickverfahren produziert, sondern mit einer Nahtstelle wie ein Zylinder zusammengenäht. So können Kompressionsstrümpfe den Körperkonturen anatomisch angepasst werden, das Auge leidet zu gunsten der medizinischen Wirksamkeit. Solche Flachgestrickten Ausführungen werden nur ausnahmsweise eingesetzt. Zum Einsatz kommen sie bei starkem Venenleiden, Ödemen oder offenen Beinen. Sie sind ab einer Kompressionsklasse II sinnvoll.
Erhältliche Strumpfmodelle auf dem Markt Kompressionsstrümpfe sind in den folgenden Ausführungen erhältlich: Kniestrümpfe, Strümpfe bis zum Oberschenkel und Strumpfhosen. Wie der Name schon erahnen lässt, gehen die ersten bis knapp unter die Knie. Diese werden auch oft Kompressionssocken genannt. Schenkelstrümpfe gehen je nach Hersteller bis ca. Mitte Oberschenkel und bieten somit guten Schutz im Kniekehlenbereich. Hier treten häufig Krampfadern und Thrombosen auf. Strumpfhosen bieten den grössten Schutz, sind allerdings im Sommer nicht sehr beliebt. Auf Wunsch sind medizinische Strümpfe mit offener oder geschlossener Fussspitze oder mit einem Silikon-Besetzten Halteband erhältlich. Angezogen wird ein Kompressionsstrumpf üblicherweise einzig am Tage, solange der Mensch sich in aufrechter Position befindet. Es sind Anziehhilfen und Ausziehhilfen käuflich, welche v.a. Älteren Menschen im Alltag helfen können, und ein selbstständiges Anziehen ermöglichen. Übrigens gibt es medizinische Kompressionsstrümpfe nicht nur für die Beine, sie sind auch als Armstrümpfe oder sogar als Ganzkörper-Anzug erhältlich.
Einige Worte zur Handhabung Normale Strümpfe lassen sich im Gegensatz zu Kompressionsstrümpfen viel einfacher anziehen. Am besten nimmt man sich Gummihandschuhe zur Hilfe. Auf diese Weise hat man besseren Griff und schädigt zudem die Socken nicht durch Fingernägel und / oder Schmuck. Etwas Puder kann das Schuppen der Haut verhindern. Zuerst die Füsse Waschen und gründlich trocknen. Nach dem Schlafen also am Morgen sind die Füsse weniger von Wassereinlagerungen betroffen, daher ist das Überziehen dann leichter. Übrigens, ein Kompressionsstrumpf wird nicht angezogen, sondern angelegt. |
Geschrieben von Damiano Angehrn ( d.angehrn [at] gmx.net )
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