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Lebendige Geschichte im Ravensburger Humpis-Quartier
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Das Ravensburger Stadtmuseum ist seit seiner Eröffnung am 3. Juli 2009 das erfolgreichste in ganz Baden-Württemberg. In den ersten 14 Monaten kamen über 140 000 Besucher. Von solchen Besucherzahlen können andere Städte nur träumen. Weshalb ist das Ravensburger Museum so beliebt, es zeigt doch auch nur die Stadtgeschichte? Hier wird nicht von der römischen Vase bis zum Foto des Besuchs Konrad Adenauers, einfach alles gezeigt was die Geschichte der Stadt hergibt. Sondern es wird auf anschauliche und emotionale Weise die Geschichte der Fernhandelsfamilie Humpis gezeigt. Dazu wurde das im 15 Jahrhundert gebaute, aus sieben Einzelhäuser bestehende, Wohnquartier der Fernhändler renoviert und zum heutigen Museum ausgebaut. Es wurde so zum größten und besten erhaltenen Wohnquartier Süddeutschlands. Das Museumsgebäude ist damit selbst das Hauptobjekt der Ausstellung. Schon beim Betreten des Museums wird man durch raffinierte Lichteffekte, Musik und historische Geräusche wie Pferdegetrappel und Kirchenglocken aus dem Alltag gerissen und in ein vergangenes Jahrhundert versetzt. Manch Historiker oder Archivar mag dies albern finden, aber das Humpis-Quartier soll keine Antiquitätenausstellung sein sondern richtet sich an Laien. Und der Erfolg im Gegensatz zum alten Heimatmuseum, in dem nur 1300 Besucher pro Jahr kamen, gibt den Förderern recht. Historiker können ja ins angestaubte Depot der Stadt Ravensburg gehen, in das die rund 8000 historischen Dokumente und Gegenstände eingelagert wurden, die nicht zur Ausstellung passen. Gut, einen Teil der Gegenstände werden in Sonderausstellungen gezeigt, die mehrmals jährlich wechseln. Die Hauptausstellung beginnt um 1100 mit dem ersten Bewohner auf dem Areal des späteren Humpis-Quartiers. Einem Lederhandwerker der hier seine Werkstatt hatte. Weiter geht es ab 1473 mit dem Fernhänder Hans Humpis. Dessen Wohnetage im Obergeschoss ist weitgehend Original erhalten und bildet den Mittelpunkt der Ausstellung. Man sieht recht gut, dass er einen aufwendigen, adelsähnlichen Lebensstil pflegte. Ab 1789 wohnte der Gerber Johannes Wucherer in einem der Gebäude. Sein Handwerk wird gezeigt, ebenso die des Bierbrauers und Gastwirts Gottfried Rösch, der später ein Speiselokal im Humpis-Quartier führte. Durch den freien Eintritt und die integrierte Gaststätte “Humpis-Stuben“ kommen auch Leute in der Mittagspause vorbei, schauen sich einen der Räume an und gehen dann einen Kaffee trinken oder essen. Eben lebendiger Alltag, nein Geschichte. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen will, kann für 5 EUR an einer der wöchentlichen Führungen teilnehmen. Nach Voranmeldung werden auch Gruppenführungen für 70 EUR angeboten. Ein Bericht vom Ferien-Portal seeleben.de Geschrieben von Stephan Magg ( info [at] seeleben.de ) |
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