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Livorno - die ideale Stadt wird zum idealen Urlaubsort
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1571, also lange nach der erstmaligen Erwähnung der Stadt im Jahre 1017, beschlossen zwei Großherzöge den toscanischen Küstenort in eine ideale Stadt zu verwandeln. Dafür wurden zahlreiche, zu jener Zeit berühmte Architekten engagiert, denn es musste viel getan werden. Das Resultat aber ließ sich sehen: die Sumpflandschaft, die Livorno umgab, wurde trockengelegt und dafür ein schiffbarer Kanal zum südwestlich gelegenen Pisa angelegt, es wurden Wallanlagen und Wassergräben gebaut, die die neu entstandenen, rechtwinklig orientierten Straßen umgaben und zum Schutz vor Piratenüberfälle wurde ein toscanischer Militärorden gegründet, der Staphansorden, dessen Flotte an der Küste vor Anker lag. Wenig später wurde die Leggi Livornine erlassen, ein Gesetz, das Immunität, Privilegien und Freiheit für Händler jeglicher Herkunft garantierte, vor allem aber Glaubensfreiheit. Aufgrund dieses Toleranzediktes siedelten sich dort die verschiedensten Bevölkerungsgruppen an, die Livorno zu einer kosmopolitschen und multireligiösen Stadt machten. 1675 wurde Livorno zu einem Freihafen erklärt, wodurch die Stadt eine ca. 200 Jahre andauernde Blüte erlebte. Aber auch das Handwerk erlebte schon bald einen Aufschwung, so wurde Livorno zum Zentrum des Goldschmiedehandwerks und der Bearbeitung von Korallen und, aufgrund der dort vorherrschenden Toleranz, auch zum Zentrum des Verlagswesens. Doch knapp zwei Jahrhunderte später verliert die Küstenstadt seinen Freihafen, was eine drastische Reduzierung des Handels nach sich zog. Aus diesem Grund verlagerte sich die wirtschaftliche Grundlage mit der Zeit zur Industrie und zum Fremdenverkehr. So wurde Livorno, nach englischem Vorbild, zum ersten Seebad Italiens. Da der Krieg sich bekannterweise nicht sonderlich für Kultur interessiert, ist ein großer Teil des historischen Livornos verloren, dennoch ist die unter den Medici errichtete Stadtanlage noch gut zu erkennen. Und noch immer durchziehen zauberhafte Wasserstraßen das wunderschöne Stadtviertel Venezia Nuova, das 1629 angelegt wurde. Das Viertel ist gezeichnet von zahlreichen Kanälen, Brücken und Gassen, dessen Mittelpunkt die Dominikanerkirche Santa Catarina bildet, deren hohe Kuppel das gesamte alte Viertel überragt. Die Via Grande, die lange Zeit einer der längsten und prachtvollsten Boulevards Italiens war und auf der sich sehr schöne Hotels befinden, ist die mit Arkaden versehene Haupteinkaufsmeile und durchquert die wunderschöne Altstadt. Den Mittelpunkt der Stadt bildet aber die Piazza Grande, wo sich auch der Dom San Francesco d´Assisi befindet, der nach seiner Zerstörung während des 2. Weltkrieges nach Originalplänen wieder aufgebaut wurde. Aber auch der Hafen, der zu den wichtigsten und größten Italiens gehört, ist sehr sehenswert. Im südlichen Teil des Hafens, der in der Nähe der Altstadt liegt, befindet sich der Porto Mediceo, mit Verbindungen nach Korsika, Sardinien, einige Inseln und nach Afrika, außerdem ist er Anlegepunkt für große Kreuzfahrschiffe. Obgleich das malerische Livorno als eher kulturarm gilt, hat es mit seinen Museen, Instituten, erhaltenen Bauwerken und Anlagen doch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Doch aufgrund der fehlenden Kulturgüter ist die Stadt nicht unbedingt das, was als Touristenmagnet bezeichnet werden kann. Darum, und weil Toleranz und Weltoffenheit noch immer prägnante Merkmale Livornos sind, ist die heute ca. 160.000 Seelen zählende Küstenstadt der ideale Urlaubsort. Geschrieben von Cindy Limp ( cindyyy123 [at] web.de ) |
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