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Mit Hilfe der MPLS-Technologie kann ein lokales Netzwerk...

MPLS - die kaum bekannte Alternative


Obwohl es die MPLS-Technologie schon seit vielen Jahren gibt, ist sie den meisten Netzadministratoren noch immer unbekannt. Völlig zu unrecht, denn mit MPLS (Multiprotocol Label Switching) lassen sich viele der üblichen Nachteile der Netzwerktechnik ausmerzen, die beim Aufbau von komplexeren Netzwerkstrukturen entstehen.

Gerade bei der Verknüpfung lokaler Netzstrukturen mit dem globalen Internet lassen sich somit Schwachstellen und Risiken vermeiden und die Vorteile des weltweiten öffentlichen Datenverbunds für die eigenen Zwecke nutzen. MPLS erweitert das lokale Netzwerk über den einzelnen Standort hinaus, an den es örtlich gebunden ist, indem es das Medium Internet zwar als Datenträger in Anspruch nimmt, dort aber seine eigene Technologie aufsetzt, so dass ein Einblick in die so konstruierten virtuellen Netzwerkstrukturen unmöglich wird.

Sicherheit und Performance im Netzwerk

Selbstverständlich ist eine Erweiterung des lokalen Netzwerks über die eigenen vier Wände hinaus grundsätzlich kein Problem, indem als weiterer Netzwerkteilnehmer ein Zugang zum Internet eingebunden wird. Doch erzeugt man somit einen unkontrollierten Zugriff von allen Internetteilnehmern auf das lokale Netzwerk, was sicher nicht wünschenswert ist. Als Sicherung ließe sich eine Firewall und Zutrittsbeschränkungen einführen und das LAN somit gegen unrechtmäßige Besucher abschotten. Doch sobald das eigentliche LAN nicht länger nur innerhalb eines Standorts betrieben werden soll, sondern über dessen Grenzen hinweg, kommt diese Variante an ihre Grenze. Was zunächst etwas abstrakt klingt, ist gang und gäbe: Nahezu jedes Unternehmen hat eine lokale Infrastruktur, die über einen einzigen Ort hinausreicht. So können mehrere Firmenstandorte der Grund sein, aber auch die Einbindung von externen Mitarbeitern und Kunden oder des Außendiensts. Das lokale Netzwerk soll also nicht wirklich örtlich begrenzt sein - vielmehr geht es um eine Zugriffsbeschränkung auf einen bestimmten Teilnehmerkreis. Um eine solche Infrastruktur zu realisieren, bedient man sich der Idee des VPN. Es handelt sich um das sogenannte Virtuelle Private Netz. Das Konzept ist bestechend, hat man doch auf der Grundlage des frei verfügbaren Internet mit seinen Standleitungen und Glasfasern eine weltweit vernetzte Infrastruktur, die man für die eigenen Wünsche einsetzen kann. MPLS als Netzwerktechnologie ermöglicht es nun, komfortabler als mit den bisherigen Möglichkeiten eine intern genutzte Netzarchitektur mit den Ressourcen des Internets und der eigenen Netze zu erstellen. Dabei können beispielsweise Datenwege vordefiniert werden, die das ansonsten paketorientierte Internet innerhalb des eigenen Konstrukts ausführt. Hochgeschwindigkeitsstrecken lassen sich so ebenso erstellen wie sichere Kanäle, die ausschließlich über eigenes Router-Equipment abgewickelt werden. Hierfür stellt MPLS eigene Labels zur Verfügung, die an die einzelnen Datenpakete angefügt werden und diese bei den Routern präparieren. Neben dem vordefinierten Routing können auch Qualitätsstufen definiert werden. Wichtige Daten lassen sich priorisieren, so dass ein zeitgerechter Datentransport so weit es technisch möglich ist, garantiert werden kann. Ob eine E-Mail einige Sekunden früher oder später eintrifft, hat im Alltag keine Bedeutung. Für Streaming-Daten gilt dies allerdings schon, sie müssen innerhalb weniger Millisekunden beim Empfänger angekommen sein, so dass der Stream nicht verspätet ausgeliefert oder mittendrin unterbrochen wird. Die Quality of Service Funktionen von MPLS können für Prioritäten sorgen und so beispielsweise Internettelefonie innerhalb des Netzwerks in einer Form einbetten, dass sie für den praktischen professionellen Einsatz geeignet ist.

Mit all diesen Möglichkeiten erlaubt MPLS eine standortübergreifende lokale Vernetzung, die an Perfirmance und Sicherheit kaum mehr zu überbieten ist, will man nicht auf die Nutzung öffentlicher Infrastrukturen verzichten und sein eigenes physikalisches Netz betreiben. Eine Alternative, die im Regelfall unbezahlbar wäre.



Geschrieben von Ralf Pregens ( marketing [at] iqom.de )

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