Tatort Moldawien:Die Strassenhunde im Todeslager - und was daraus geworden ist
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Feuer! Sie haben Feuer gelegt. Sie wollten mein neues Tierheim mit seinen 150 Hunden und Katzen abbrennen. Eine Frau aus der Nachbarschaft war die Brandstifterin. In letzter Sekunde haben meine Mitarbeiter eine Katastrophe verhindern können. Dieses Schockerlebnis soll verdeutlichen, mit welchen Schwierigkeiten und Widerständen ich zu kämpfen hatte - und noch habe -, wenn man in einem bitterarmen, rechtlich unterentwickelten Land, in dem es keinen Tierschutz gibt, ein Tierheim errichten möchte. Warum ich es trotzdem tat, will ich hier kurz schildern: Es war im Frühjahr 2004, als Nürnberger Tierschützer mich um Hilfe baten: "In Chisinau, Hauptstadt von Moldawien, werden die Straßenhunde im Todeslager mit einer Eisenstange erschlagen. Bitte, helfen Sie...". Zunächst sagte ich NEIN, verwies an die Tierschutzorganisationen. "Ach, die..., die haben alle abgewunken..." Die Nürnberger Tierschützer ließen nicht locker, versprachen, sich um ein neues Tierheim zu kümmern, sollte ich dem entsetzlichen Töten ein Ende setzen können. Aus Erfahrung wusste ich, dass nur ein Tierheim die Alternative sein kann. Nach Rücksprache mit meiner Redaktion flog ich nach Chisinau und erreichte, dass ich als erste westliche Journalistin in das Todeslager von Chisinau durfte.
Es war ein kalter, unfreundlicher Tag. Der Weg führte über verschlammte Pisten mitten durch eine gigantische Mülldeponie. Auf den ersten Blick machte das Lager einen sauberen Eindruck. Links lagen die lang gezogenen Verliese mit den eingefangenen Hunden, von denen allerdings kein Laut zu hören war. Um so gespenstischer der Anblick, als ich in die Zellen sah: Eng aneinandergekuschelt, aufeinander oder mit dem Kopf zur Wand, mit weit aufgerissenen, waidwunden Augen, warteten diese wunderbaren Tiere auf den Tod mit der Eisenstange. Mein Herz schien vor Schmerz zu zerspringen. Ich muss diese Tiere retten! Retten vor diesem furchtbaren Tod.
Zunächst erreichte ich nach endlosen Verhandlungen mit dem Lagerverwalter, dass ich die kleine, schwarze Asja und Pudelmischling Sinja bekam. Doch dann gab mir mein Schutzengel die ungeheure Kraft und ich sagte den folgenschweren Satz: "Aber ich will alle Hunde!". Zunächst erntete ich ungläubige Blicke, dann ein zynisches Nicken. Sie wussten: Es war mein zweiter Tag in diesem Land. Ich kannte keinen Menschen, war allein, angewiesen auf meine damalige Dolmetscherin, die mit Tieren nicht am Hut hatte. Wohin mit den Tieren? Doch ich hatte eine Idee. Wir fuhren in ein Dorf und fragten die Menschen, ob sie gegen Entgelt und Futterkosten Tiere aufnehmen würden. Es klappte! Bis zu meinem nächsten Besuch sollten die Tiere vermittelt werden.
Wird fortgesetzt.... |
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Geschrieben von Christa Schechtl ( email [at] der-schrei.de )
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