Poster für Fans
|
|
Wenn die Zeit der aus Kinderzeitschriften herausgetrennten Poster mit Disneyfiguren und galoppierenden Pferden vorüber ist, beginnt die der Musikposter. Aus Magazinen und Zeitschriften werden Poster der jeweils verehrten Stars herausgetrennt und an die Wand geheftet; fehlende Poster werden per Collage selbst gestaltet. Poster dieser Art sind selten größer als eine Doppelseite einer Zeitschrift, also DIN A3.
Bald jedoch wachsen die Ansprüche, und die jungen Musikliebhaber beginnen auf Websites, aber auch im Umfeld von Live-Konzerten und Neuerscheinungen den Markt nach Postern abzugrasen. Hier findet sich alles von schlecht gemachten, billigen (und unauthorisierten) Produkten bis hin zu qualitativ hochwertigen und künstlerisch gelegentlich anspruchsvollen Motiven, die zum Sammeln verleiten und wirklich einen Ehrenplatz an der Wand des Jugendzimmers verdienen. Erstaunlich ist, dass selbst Warenhäuser weiterhin Poster von Rock- oder Popstars verkaufen, obwohl sie selten in der Lage sind, flexibel auf den sich wandelnden Musikgeschmack zu reagieren und etwas anderes als die gängigste Massenware anzubieten. Poster können in praktisch jedem beliebigen Format produziert werden, gängig sind jedoch Größen von A2 bis A1.
Ein gutes Poster kann der Musikfan dann auch ohne Peinlichkeit als Unterlage für ein Autogramm präsentieren (die bereits eingedruckten verlieren in kürzester Zeit ihren Reiz). Auf dem Markt erzielen diese Exemplare teilweise horrende Preise. Solch ein Poster überdauert dann gelegentlich sogar das Erwachsenwerden, mehrere Umzüge und eine Familiengründung. Nicht nur die Musiker werden älter, auch bei ihren treuen Fans kommt das vor. Gestaltungsmerkmale von Postern sind (Teil-) Schwarzweißdrucke, Übermalungen und der Einsatz von beispielsweise Neon- und Metallicfarben. Ein Zuviel wirkt nicht selten kitschig, auch wird man solcher Designs schnell überdrüssig.
Neben Pop- und Rockstars schaffen es auch manche Schauspieler in die Herzen und damit auf die Poster ihrer Fans. Serien haben es hier etwas leichter, löst doch die wiederholte Begegnung mit den Helden denselben Effekt aus wie das mehrmalige Hören eines Musiktitels: Der Interpret drückt eigene Wünsche und Gefühle aus, steht für unerfüllte Sehnsüchte und gehört durch sein zuverlässiges Wiedererscheinen irgendwann quasi zur Familie. Sich dieser "Anwesenheit" durch einen Platzhalter wie eben ein Poster zu versichern, ist legitim. Und wenn das Poster gut gestaltet ist, wird dies auch rückschauend niemandem peinlich sein...
|
| |
| |
| |
| |
Geschrieben von Erwin Huber ( erwinhuber [at] onlinehome.de )
|
|
|
| |