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Pfingsten in Kirche, Gesellschaft & Freizeit

Pfingsten in Kirche und Gesellschaft


Zwar gelten die Deutschen als Urlaubs- und Feiertagsweltmeister, doch haben es gewisse Feiertage verdient, dass sie begangen werden und vor allem auch erhalten bleiben. Denn gerade die kirchlichen Feiertage zeigen auf, auf wessen Fundament die deutsche Kultur gebaut ist. 


Eines dieser kirchlichen Feste ist Pfingsten. Einer Vielzahl der Menschen ist die Bedeutung des Festes nicht mehr präsent. Sie denken eher an den freien Tag, der Ihnen durch Pfingstmontag, Ostermontag und dem Fest Christi Himmelfahrt durch die christlichen Feiertage sehr gelegen kommt. Viele Deutsche nutzen diese freien Tage für einen Kurzurlaub - in Bayern sind die Pfingstferien sogar über eine Woche lang, was daran liegt, dass die Sommerferien im südlichsten Bundesland traditionell sehr spät beginnen und dass somit die Zeit zwischen den Oster- und den Sommerferien nicht zu lange währt.


Dass Pfingsten insoweit aber als die Geburtsstunde der christlichen Kirchen gilt, ist der eigentliche Grund, weswegen es neben Ostern und Weihnachten zu den wichtigsten christlichen Festen zählt und in engem Zusammenhang mit dem Osterfest steht.
Denn das Pfingstfest wird immer 50 Tage nach Ostern begangen; dabei wird der Ostersonntag bereits als der erste Tag gezählt. Insofern erklärte es sich auch, dass Pfingsten niemals einen festen Platz im Kalender hat. Es fällt insoweit immer auf die Zeit zwischen dem 12. Mai und dem 13. Juni, wobei sowohl der früheste wie auch der späteste Termin im Verlauf der Geschichte erst viermal auftrat.


Historische Betrachtung

Erste Erwähnung fand Pfingsten im Jahr 130. Grundlage war die in der Apostelgeschichte dargestellte Szene, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Pfingstfest beisammen saßen. Der griechische Name für Pfingsten "pentekoste" bedeutet übersetzt "der fünfzigste Tag". Gemeint ist der 50. Tag nach Ostern bzw. nach der jüdischen Tradition der 50. Tag nach dem Pessachfest. 


Die biblischen Stellen beschreiben weiter, dass zu Pfingsten die seit dem Alten Testament herrschende babylonische Sprachverwirrung aufgehoben wurde. Denn die versammelten Jünger sprachen in ihren jeweiligen Sprachen und jeder konnte die Sprache des anderen verstehen. Letztlich sehen sich die Kirchen aufgrund dieser Bibelstellen dazu berufen, alle Menschen gleich welcher Nationalität oder Ethnizität individuell anzusprechen und gleich zu behandeln. 


Aktuelle Pfingstbräuche

Basierend auf diesem religiösen Fundament entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte auch viele verschiedene, regional sehr unterschiedliche Pfingstbräuche. Angefangen vom Pfingstbaumpflanzen in der Lüneburger Heide bis hin zum Schmücken des Pfingstochsen in Mecklenburg. Zum Pfingstfest führen - und vor allem führten - auch viele Jugendgruppen ihre traditionellen Pfingstzeltlager durch.

Somit bieten die Pfingstfeiertage je nach Gusto die Möglichkeit für einen Kurzurlaub in der Ferne, die Teilnahme an lokalen Pfingstbräuchen oder die Begehung des christlichen Festes.


Geschrieben von Holger Schulz ( hst1 [at] online.de )

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