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Über die Geschichte der Piraterie in der Karibik
Spätestens seit dem Piratenfilm „Fluch der Karibik“ ist das Freibeuterleben in den Gewässern der Karibik für jung und alt wieder interessant geworden. Die Karibik steht vor allem für traumhaften Urlaub, Sonne und Cocktails, doch im 17. und 18. Jahrhundert war das Leben auf hoher See kein Zuckerschlecken. Die romantischen Vorstellungen, die die meisten Menschen heute von der Piraterie haben, basieren auf den Reiseberichten des Alexandre Olivier Exquemelin aus dem Jahr 1678. Die Jahrzehnte zwischen 1690 und 1730 waren als das Goldene Zeitalter der Piraterie bekannt.

Während dieser Zeit hatte die Piraterie vor allem in der Karibik Hochkonjunktur. In der Piraterie muss zwischen verschiedenen Gruppen unterschieden werden, die nach dem Besitz von Schiffen klassifiziert sind: Freibeuter dienten einem Landesherren und fuhren auf dessen Schiff, Bukaniere raubten im Auftrag eines (karibischen) Gouverneurs und Piraten besaßen ihr eigenes Schiff und handelten nach eigenem Ermessen.

In den Jahren bis etwa 1690 handelten die Freibeuter meist im Auftrag von Franzosen, Engländern oder Holländern. Ihr Ziel waren Schiffe und Kolonien der jeweils anderen Parteien, doch jeweilige Friedens- oder Kriegsverhältnisse zu Land waren dabei kaum von Bedeutung. Im Goldenen Zeitalter wurden immer mehr Freibeuter und Bukaniere zu Piraten, die sich schließlich demokratische organisierten. Kapitän und Offiziere wurden im Normalfall von der Mannschaft gewählt und die erbeuteten Schätze wurden fast gleichmäßig verteilt. Die Verteilung war vertraglich geregelt. Natürlich konnte der Kapitän auch wieder abgesetzt werden. Der erste Maat war weiterhin als eine Art Anwalt der Mannschaft zu sehen. Um die Ordnung an Bord zu erhalten, gab es strenge Gesetze und die meisten Vergehen dagegen wurden mit dem Tod bestraft.

Viele Mythen ranken sich auch um die „Jolly Roger“ oder „Black Jack“ genannte Totenkopfflagge. Ursprünglich hissten die Freibeuter die Landesflaggen der Nation, in deren Auftrag sie unterwegs waren und zusätzlich eine rote Flagge als Zeichen für einen bevorstehenden Kampf auf Leben und Tod. Die Totenkopfflagge wurde erstmals um 1700 von einem französischen Kapitän namens Emanuel Wynne gehisst. Historisch hat sie jedoch wenig Bedeutung und ist mehr der modernen Piratenromantik zuzurechnen, die wir heute aus Buch und Film kennen.

Geschrieben von Bernd Askanas ( basbodd [at] online.de )

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