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Artikel über den Pop-Einheitsbrei
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Wer gewisse Aspekte einer fremden Kultur ignoriert, erhält die Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten. Denn Kulturen haben eben auch Regeln und Zwänge, denen sich die kulturimmanenten Bewohner ohne zu zögern unterordnen, während ein fremder die Chance hat, sich nur das Beste rauszupicken, und damit spielerisch umzugehen. Das Beispiel des Jazz ist in diesem Fall das Treffendste. Da Pop Spaß machen sollte, währe es unendlich traurig, wenn starre Regeln nicht auch ab und an gebrochen würden. Es gibt also keine „Fehler“ im Global Pop, nur kreative Umdeutungen. Die Frage nach Authentizität und Stilisierung darf dabei natürlich nicht ignoriert werden. Fest steht: Global ist und kann niemals authentisch sein. Wer alles miteinander verwurstelt, schafft zwar immer etwas Neues, und darf ruhig als kreativ bezeichnet werden, aber es bleibt alles klischeehaft und ironisiert. Vor allem in der Zitierwut der Damenmode kann dies beobachtet werden. Zur Authentizität gehören nun einmal auch die schlechten Seiten einer Kultur, und die werden oft und gerne ausgeklammert. Somit erstarrt die schönste Bemühung um realistische Wiedergabe kultureller Gegebenheiten in der Künstlichkeit. Denn die Realität wird entweder ausgeblendet oder bruchstückhaft wiedergegeben. Die Maske des Pop ist also eher oft die der Komödie denn der Tragik, und dass diese Maske die Falsche ist, scheint angesichts der traurigen Umstände in vielen „exotischen“ Kulturen obsolet zu diskutieren. Somit sollen die Neo- 68er ihre Messer ruhig wieder einstecken, denn in einem Punkt haben sie recht: Wenn die Vermischung und Versatzstückung in diesem Maße weitergeht, sind wir irgendwann alle nur noch Teil einer einzigen großen Splitterkultur, in der zwar jeder irgendwie ein Individuum, aber im Endeffekt nur noch Teil eines einzigen (Pop)- Einheitsbreis ist. Geschrieben von Dorian Wurstbusch ( Dorian_Wurstbusch [at] web.de ) |
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