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Kommt es zu eine zeitnahen Reformierung der Pflegeversicherung
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Befasst man sich mit der Thematik Pflegeversicherung und ihren inhärenten bestehenden Deckungslücken, stellt sich offensichtlich die Frage inwiefern dieses System, welches sehr stark den Änderungsprozessen unserer Gesellschaft unterworfen ist, verbessert werden kann. Während momentan nur eine individuell abgeschlossene Pflegezusatzversicherung davor schützen kann im Pflegefall die entstehenden Kosten nicht aufbringen zu können, könnte möglicherweise ein Systemwechsel, hin zur kapitalgedeckten Pflegeversicherung den Schritt zur Ersatzvorsorge mittels einer Pflegezusatzversicherung ersparen. Die von vielen Wissenschaftlern geforderte Umstellung des Systems der Pflegeversicherung auf Kapitaldeckung, wird aber nicht ohne Weiteres von der Politik umzusetzen sein. Der Grund hierfür liegt in der demographischen Veränderung unserer Gesellschaft verborgen. Das Älter werden unserer Gesellschaft und die starken Geburtenrückgänge führen zu einer zunehmenden Lastenverschiebung in der Pflegeversicherung und ein Systemwechsel wäre mit Einschnitten für die Älteren verbunden, welche für die Politik die stärkste Zielgruppe darstellen. Dieser dargestellte Interessenskonflikt der Politik wird dazu führen, dass in der nahen Zukunft kein Komplettumstieg zustande kommen wird und die Pflegezusatzversicherung wohl zunehmend an Bedeutung gewinnt. Welches Ausmaß die Versorgungslücken im Schadenfall annehmen, zeigt sich wenn man die tatsächlichen Kosten im Pflegefall mit den Leistungssätzen der gesetzlichen Pflegeversicherung vergleicht. Die Pflegestatistik des statistischen Bundesamtes liefert diese Zahlen und verdeutlicht die Versorgungslücke die mit Hilfe einer Pflegezusatzversicherung privat abgesichert werden kann. Die verschiedenen Möglichkeiten einer private Pflegezusatzversicherung kann man beispielsweise unter pflege-test.de nachlesen. Hier werden unter anderen die drei Arten der Pflegezusatzversicherung, Pflegetagegeldversicherung, Pflegerentenversicherung und die Pflegekostenversicherung ausführlich dargestellt und erklärt. Betrachtet man die Statistiken des Statistiken Bundesamtes, zeigen sich einige Schwachpunkte des bestehenden Systems der gesetzlichen Pflegeversicherung. Beispielsweise ist die Einnahmesituation durch die Umlagefinanzierung von der Altersstruktur abhängig und dadurch sinken die Beitragseinnahmen im Zeitverlauf. Die Pflegezusatzversicherung wird wahrscheinlich nicht die entgültige Lösung des bestehenden Problems darstellen, doch bietet sie der Politik in ihrer Situation die Möglichkeit Handlungsbereitschaft zu signalisieren. Dies spiegelt auch der Koalitionsvertrag der jetzigen Bundesregierung wieder. CDU, CSU und FDP sehen in ihm eine verpflichtende Pflegezusatzversicherung vor um einen ersten Schritt Richtung Teilkapitaldeckung zu wagen. Die Umsetzung dieser Willensbekundung, hin zur ergänzenden und verpflichtenden Pflegezusatzversicherung für jeden Bundesbürger, lässt auch noch auf sich warten. Fraglich ist ob es eine solche Pflegezusatzversicherung in der aktuellen Legislaturperiode geben wird, oder ob noch Jahre vergehen bis die notwendigen Maßnahmen zur Reformierung der Pflegeversicherung umgesetzt werden. Dem bundesdeutschen Sozialstaat ist eine zeitnahe Reformierung der gesetzlichen Pflegeversicherung zu wünschen, damit ein durchaus sinnvolles System nicht nach so kurzem Bestehen kollabiert. Eine verpflichtenden Pflegezusatzversicherung kann sicherlich ein erster wichtiger Schritt sein, jedoch wird Deutschland vermutlich nicht an einem kompletten Systemumstieg, hin zur kapitalgedeckten Pflegeversicherung, vorbeikommen. Geschrieben von Lars Krüger ( larskrueger [at] hotmail.de ) |
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