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Für Riester-Verträge ab 2012 ist der früheste Rentenbeginn 62
Die Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ab 2012 hat auch Auswirkungen auf die Riester-Rente.

Das Renteneintrittsalter in der gesetzlichen Rentenversicherung steigt ab 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre an. Dies wirkt sich auch auf die Riester-Rente aus. Ebenso sind die die Rürup-Rente und die betriebliche Altersvorsorge von den Änderungen betroffen.

Bislang konnte die Riester-Rente ab dem 60. Lebensjahr in Anspruch genommen werden. Ab 2012 gilt dann ein frühestmöglicher Rentenbeginn ab dem 62. Lebensjahr. Wer früher an sein Vertragsguthaben möchte, muss den Vertrag kündigen und die erhaltene staatliche Förderung zurückzahlen. So soll sichergestellt werden, dass die staatlich geförderte Riester-Rente auch wirklich für die Altersvorsorge genutzt wird.

Die alte Altersgrenze kann jetzt noch gesichert werden

Eine Möglichkeit, sich die alte Altersgrenze von 60 Jahren noch zu sichern und trotzdem erst 2012 mit der Riester-Rente zu beginnen, bieten die so genannten Vorratsverträge. Ein Vorratsvertrag funktioniert folgendermaßen:

Der Riester-Vertrag wird noch in 2011 abgeschlossen, als Versicherungsbeginn wird aber ein Termin vor dem 1. April 2012 gewählt. Dies ist nach einer Stellungsnahme des Bundesfinanzministeriums die späteste Möglichkeit für eine Anerkennung der alten Altersgrenze.

Damit der Vertrag noch rechtsgültig als in 2011 abgeschlossen gilt, muss entweder der Versicherungsschein in 2011 noch ausgestellt werden oder der Versicherungsnehmer muss von dem jeweiligen Produktanbieter eine Annahmeerklärung mit einem Datum aus 2011 bekommen.

Durch die Änderung des frühestmöglichen Rentenbeginns wird es vermutlich zu verstärkten Vertriebsbemühungen bei Riester-Produkten kommen. Verbraucher, die ohnehin mit dem Gedanken gespielt haben eine Riester-Rente abzuschließen, erhalten einen zusätzlichen Anreiz, noch in diesem Jahr eine Entscheidung zu treffen.

Der Zeitdruck für die Sicherung des niedrigeren Renteneintrittsalters sollte jedoch nicht dazu führen, dass die Sorgfalt bei der Auswahl der Riester-Produkte leidet. Vor einem Vertragsabschluss sollte unbedingt ausführlich geprüft werden, ob die Riester-Rente im individuellen Fall überhaupt die am besten geeignete Altersvorsorge darstellt.


Hintergrundinformationen zur Riester-Rente:
Die Riester-Rente unterstützt die private Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Die Riester-Altersvorsorge wird in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt. Bis zu 30% des angesparten Kapitals können zum Rentenbeginn aus dem Vertrag entnommen werden.

Der Grund für diese Förderung liegt in der alternden Bevölkerung. Hierdurch stehen immer weniger Arbeitnehmern immer mehr Rentner gegenüber. Daher sinkt die gesetzliche Rente für künftige Rentner. Damit die Menschen im Alter ausreichend versorgt sind, bietet der Staat mit der Riester-Förderung für die Bürger einen Anreiz für zusätzliche Altersvorsorge.

Nach der neuesten Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) besaßen die Deutschen Ende Juni 2011 knapp 14,8 Millionen Riester-Verträge. Zum Jahresende rechnet das BMAS mit über 15 Millionen Riester-Verträgen.


Geschrieben von Philipp Fey ( philipp_fey [at] riester-informationen.de )

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