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Sauerkraut ein tolles Wintergemüse
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Sauerkraut Für viele ist Sauerkraut der Inbegriff oft eher rustikal - schlechten, eher bürgerlich als gutbürgerlichen Essens. In vielen Gaststätten erhält man Sauerkraut, welches mehr oder weniger ungewürzt einfach heissgemacht wurde, da brauchts dann schon einen ordentlichen Schluck Wein zum runterspülen, um das zu ertragen. Auch wenn Sauerkraut beim einen oder anderen durchaus in der Lage ist, Probleme im Verdauunsgtrakt zu schaffen, ist ein gut zubereitetes Sauerkraut grundsätzlich nicht nur sehr gesund, sondern vor allem ein Hochgenuss. Da nahezu alle Kohlarten den Vorteil haben, das eigentlich nicht wärmestabile Vitamin C auch nach dem Kochen noch zu erhalten, war Sauerkraut bei den Seefahrern in der Entdeckerzeit ein beliebtes Mittel, um Skorbut vorzubeugen. Und ist auch heute - dank der guten Lagerfähigkeit – noch eines der besten Wintergemüse. Damit es aber nicht nur sehr gesund ist, sondern auch lecker schmeckt, sollte man Einiges beachten. Wenngleich jezt womöglich "low fat - Jünger" aufschreien: Ein gutes Kraut braucht Fett, es sollte schon ein bisschen glänzen. Das geschmacklich beste Fett ist Gänseschmalz. Das zweitbeste ist das Schweineschmalz. Die dritte Möglichkeit ist Butter. In nicht zu wenig von dem zur Verfügung stehenden Fett werden geschnittene Zwiebeln glasig gedämpft. Da die Ausgewogenheit von Süße und Säure erst den vollkommenen Gechmack bringt, gibt man dazu dann geschälte, kleingeschnittene und entkernte Äpfel und lässt diese mit anschwitzen. Das alles dann mit etwas Puderzucker bestäuben und diesen leicht karamelisieren lassen. Das Ganze dann mit ein wenig Apfelsaft ablöschen, bevor aus dem karamelisieren verbrennen wird... Dann erst kommt das Sauerkraut hinzu und wird - sofern nötig, mit etwas Fleischbrühe aufgefüllt. Ein paar zerkrümelte Lorbeerblätter, angedrückte Wacholderbeeren und Nelken gibt man in ein Teeei oder ein kleines Leinentuch, das man zubinden kann und lässt dies im Kraut mitkochen. Für einen vollen, harmonischen Geschmack, gehört auf jeden Fall auch etwas geräuchertes mit ins Kraut. Das kann bzw. können ein Stück Schweinebauch, ein Schäufele oder aber auch geräucherte, rohe Würste sein. Dann - ganz wichtig vor allem für auf Sauerkraut verdauungstraktmäßig empfindlich reagierende Menschen: Lange genug kochen bzw. köcheln lassen. Bei mir sind das immer anderthalb bis zwei Stunden. Da im Normalfall das zugegebene Geräucherte vorher fertig wird, dieses natürlich entnehmen, sobald es gar ist. Abgeschmeckt wird das Ganze nun noch mit Salz und Pfeffer, und je nach Säuregrad mit noch etwas zusätzlichem Zucker. Das einzige was jetzt noch fehlt, ist etwas Bindung, damit die "Brühe" vom Kraut nicht so auf dem Teller rumschwappt. Kann man entweder einfach und locker mit Stärke (Mondamin) erledigen, oder mit rohen, fein geriebenen Kartoffeln, die man zum Kraut dazugibt und kurz mitkochen lässt. Nun ist das Kraut prinzipiell verzehrfertig. Wissen sollte man, dass Kraut umso besser wird, je öfter es aufgewärmt wird, sofern man es gut bürgerlich liebt (mit Fleisch und Kartoffeln, als Schlachtplatte etc.). Wer gerne mal was ausprobiert, kann ein Sauerkraut auch mit Sahne zu einem Rahmkraut verfeinern. Da passt dann ganz hervorragend z. B. zu gebratenem Geflügel oder auch zu Fisch. Wers gerne "prickelnd" mag, gibt dann noch ganz kurz vor dem servieren etwas Sekt oder Champagner dazu. Eine prima Sache, wenn man mal viele Gäste zu bewirten hat, ist eine Kartoffel - Kraut - Rolle. Dazu einfach gekochte Kartoffelstücke (ca. 2 cm Kantenlänge) mit Sauerkraut mischen, ein paar Eigelb zur Bindung dazugeben , das ganze auf Blätterteig geben eine Rolle formen, mit Eigelb bestreichen und ausbacken. Zum servieren in Scheiben schneiden. Davon kriegt man locker 20 - 25 Portionen in den Ofen. Sehr lecker auch Kraut - Kartoffel - Plätzchen als Vorspeise. Dazu rohe Kartoffeln wie für Rösti reiben und mit Sauerkraut mischen (Verhältnis 3 - 4 Teile Katoffeln auf 1 Teil Kraut) und würzen. Die überschüssige Flüssigkeit ausdrücken und dann wie Rebekuchen oder Rösti ausbacken. Dazu schmecken kross gebratenen Blutwurstscheiben genauso wie geräucherter Lachs oder Forelle, ein paar frisch gebratene Pilze oder Shrimps (ganz klasse mit frischen Krabben aus Norwegen bzw. der Nordsee!). Geschrieben von Thomas Finkbeiner ( fhsprite [at] gmx.de ) |
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