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Schamanische Wurzeln der Yoga-Tradition

Schamanische Elemente der Yoga-Tradition

Wie die westliche Tradition der Magie, die tibetisch-nepalesische Tradition des Tantrismus und viele andere spirituell-esoterische Schulen hat sich auch die indische Tradition des Yoga ursprünglich aus den Erfahrungen und Kenntnissen lokaler schamanistischer Stammestraditionen heraus entwickelt, die u.a. als "Muni", "Keshi" oder "Yati" bis ca. 8000 v. Chr. belegt sind.


Zentrale Elemente der schamanistischen Praktiken waren körperliches Erleben indiviueller und gemeinschaftlicher Energien und Erlebniskomplexe, deren letztliches Ziel es war, über einen schmerzhaften Lernprozess sich von allen sozialen und geistigen Schranken zu lösen. Dieser radikalere Aspekt auch des ursprünglichen Yoga wurde in der späteren Vedischen Tradition der Brahmen-Priester zunehmend ausgegliedert


Der körperbetonte schamanische Yoga der Ureinwohner Indiens wurde nach der arischen Eroberung großer Teile Indiens durch nach und nach "geistigere" Praktiken ersetzt und zunehmend mit sozialen Funktionen (wie dem Kastenwesen) und religiösen Aspekten versehen. Diese wiederum wurden von der Kaste der Brahmanen gepflegt und behütet.


Viele der bekannteren Yogis des 20. Jahrhunderts, die den Yoga im Westen bekannt machten, entstammten dieser vedischen Tradition und der Brahmanenkaste, wie etwa Ramakrishna, Aurobindo, Yogananda und andere, was letztlich dazu führte, dass die westliche Vorstellung vom Yoga lange Zeit von asketischen und religiösen Ideen bestimmt war.

 

Glücklicherweise jedoch hat sich - nicht zuletzt im Zuge des Fitness- und Wellness-Booms - der körperbetonte Aspekt des Yoga auch im Westen etabliert. Schließlich stammen auch viele Klassiker des Yoga wie die "Hathayoga-Pradipika" des Patanjali, die Yoga-Philosophie des Samkhya, die ayurvedischen Lehren des Sushruta und auch andere bedeutende Strömungen wie der Tantrismus und auch der Buddhismus einer von schamanischem Erleben geprägten Kultur.

Für den westlichen Menschen stellt gerade der ursprüngliche, schamanisch beeinflusste Yoga eine wertvolle Möglichkeit dar, sich jenseits religiöser oder weltanschaulicher Konzepte über direktes körperliches und emotionales Erleben wieder mit sich selbst zu verbinden und die in den Tiefen des eigenen Körpers schlummernden Energien zu wecken und sich zu Nutze zu machen: für eine schnelle Regeneration, erhöhte Lebensqualität, für einen entspannteren Umgang mit sich selbst und der Umwelt und auch - bei regelmäßiger Praxis - für ein Eintauchen in die spirituelle Dimension des Lebens.


Geschrieben von Frank Lerch ( kontakt [at] magie3000.de )

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