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Schleimbeutel sind mit Gelenkschleimhaut ausgekleidete Hohlräume, die meist in der Nähe von Gelenken vorkommen. So liegen im Bereich der Schulter acht, in der Hüftgegend vierzehn und am Knie neun Schleimbeutel. Sie schützen an stark belasteten Stellen die darunter liegenden Strukturen vor Druck und Reibung.
Häufig sind sie auch unter der Haut an Knochenvorsprüngen oder zwischen Knochen und Sehnen zu finden. Normalerweise enthalten diese rundum geschlossenen Kissen oder Taschen nur wenig Gelenkflüssigkeit, daher auch der lateinische Name "Bursa synovalis". Schleimbeutel können als Reaktion auf starke Belastungen auch an untypischen Stellen des Körpers neu gebildet werden, z. B. über dem Fersensporn.
Wird ein Schleimbeutel übermäßig z.B. beim Training belastet oder beansprucht, können als Folge entzündliche Veränderungen im Gewebe auftreten. Es kommt zu einer sog. Bursitis, einer Schleimbeutelentzündung. Bei rheumatischen Grunderkrankungen oder bei Gicht können solche entzündlichen Erscheinungen auch ohne äußere Ursache auftreten. Typisches Kennzeichen ist eine weiche, teigige Schwellung, bedingt durch eine verstärkte Flüssigkeitsproduktion, die anfangs meist noch nicht oder nur wenig schmerzhaft ist. Wird jedoch die auslösende Ursache nicht beseitigt, gesellen sich über kurz oder lang Rötung und zum Teil auch heftige Schmerzen dazu. Die Gelenkbeweglichkeit an sich bleibt in der Regel erhalten, auch wenn es manchmal zu einer schmerzbedingten Schonhaltung kommt. Eine durch Gicht bedingte Bursitis ist meist von Anfang an sehr schmerzhaft.
Entzündung tiefer Schleimbeutel oft schwer zu erkennen Bakterien - sonst häufig Verursacher von Entzündungen - spielen bei einer Schleimbeutelentzündung normalerweise keine Rolle. Ist die Entzündung allerdings Folge einer Verletzung, so können durch diese Pforte Krankheitserreger eindringen und zu einer Vereiterung führen. Diese ist meist sehr schmerzhaft und der entzündete Bereich zeigt eine deutliche Überwärmung. Liegen Schleimbeutel oberflächlich, ist die Diagnose einer Bursitis durch Ertasten der prallelastischen Schwellung in der Regel relativ einfach. Schwieriger kann es bei tiefer gelegenen Schleimbeuteln sein. Da sind dann eventuell Zusatzuntersuchungen wie z. B. Ultraschall oder MRT erforderlich.
Die Behandlung besteht zunächst aus Schonung. In akuten Fällen sollte die sog. PECH-Regel angewendet werden: • Pause • Eis (Kühlung) • Kompression • Hochlagern
Bei Schmerzen können kurzfristig schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente wie z. B. nichtsteroidale Antirheumatika eingenommen werden. Darunter klingen im Akut fall die Beschwerden in der Regel schnell ab. Manchmal muss aber die vermehrte Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel abpunktiert werden. Liegt eine bakterielle Entzündung vor, sollte der betroffene Bereich konsequent ruhig gestellt und eine antibiotische Therapie eingeleitet werden, denn bei bakteriellen Entzündungen besteht immer die Gefahr, dass sie sich auf andere Körperteile oder sogar den gesamten Organismus ausbreiten.
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