Startseite arrow News arrow Viele Sportler sind mit einer ungünstigen Sattelhöhe unterwegs



Viele Sportler sind mit einer ungünstigen Sattelhöhe unterwegs
Zur korrekten Einstellung der Sattelhöhe auf dem Rennrad existieren verschiedenste Faustformeln, die mehr oder minder funktionieren. Wissenschaftliche Studien, die sich mit der Sattelhöhe auseinandergesetzt haben, kamen zu dem Schluss, dass die "Hacken aufs Pedal" Methode der Formel "Schrittlänge x 0,88" leicht überlegen ist.

Die individuell optimale Sattelhöhe kann jedoch mit Faustformeln nicht errechnet werden. Das rechnerische Ergebnis ist aber ein guter Ausgangspunkt, die individuell optimale Sattelhöhe zu bestimmen, die in der Regel in einem Bereich von +/-2 cm um das rechnerische Ergebnis liegt. Die richtige Sattelhöhe ist dabei einer der entscheidenden Parameter, um eine optimale Kraftentfaltung der Muskulatur und eine gelenkschonende Pedallierbewegung zu ermöglichen.
Bei vielen Radsportlern führt eine falsch eingestellter Sattelhöhe zu Beschwerden beim oder nach dem Radfahren. Insbesondere Knieprobleme sind hier häufig anzutreffen. In der Regel resultieren diese aus einer Fehlbelastungen der über das Knie laufenden oder am Knie ansetzenden Sehnen. Chronische Fehlbelastungen über mehrere Jahre können jedoch auch zu schwerwiegenden Schädigungen des Kniegelenks führen (Arthrose oder Meniskusschäden).

Vor allem für Radsportler, die in der Regel sehr große Trainingsumfänge abspulen, ist eine biomechanische einwandfreie Sitzposition auf dem Rennrad mit einer entsprechenden Sattelhöhe die Voraussetzung, dass umfangreiche Training auch langfristig bewältigen zu können.
Neben dem Aspekt der Gesunderhaltung spielt die Sattelhöhe eine große Rolle bei der Kraftentfaltung der Muskulatur. Die Höhe der maximal erzeugbaren Kraft hängt entscheidend von der Gelenkstellung ab. Ein einfaches Beispiel kann diese Tatsache leicht verdeutlichen: bei tiefen Kniebeugen mit schweren Gewichten im Maximalkraftbereich sind die ersten Zentimeter, die das Gewicht wieder nach oben befördert werden muss, entscheidend. Hat man einen gewissen Punkt überwunden, wird es deutlich einfacher das Gewicht wieder nach oben zu befördern.
In einem bestimmten Wirkungsbereich kann die Muskulatur also mehr Kraft erzeugen - und diese spielt im Radsport als klassischer Kraft-Ausdauersportart eine entscheidende Rolle. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte ein erheblicher Einfluss der Sattelhöhe auf den Sauerstoffverbrauch bei gleicher Leistung nachgewiesen werden.

Da die Faustformeln in der Regel nicht zu einer optimalen Sattelhöhe führen, stellt sich die Frage, wie diese ermittelt werden kann. Für einen Nichtfachmann stellt die biomechanische Beurteilung der Sattelhöhe oder allgemein der Sitzposition auf dem Fahrrad eine unüberwindbare Hürde dar, da eine Vielzahl individueller Faktoren einen großen Einfluss auf das individuelle Optimum haben. Hier sind insbesondere die Verlängerbarkeit der Muskulatur, mögliche orthopädische Fehlstellungen, weitere Parameter der Sitzposition und des verwendeten Materials (Sattel, Pedalsystem, Schuhe, etc.) zu nennen, die sich auch gegenseitig beeinflussen. Eine weitere Schwierigkeit besteht in der Gewöhnung an eine Sitzposition, auch wenn diese nicht biomechanische optimal ist. Dadurch fühlt sich eine andere (biomechanische bessere) Sitzposition in der Regel auch erst einmal anders oder ungewohnt an. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine Sitzposition darum von einem Fachmann analysieren und optimieren lassen.

Geschrieben von Marten Knoch ( info [at] synergy-protraining.de )

Benutzer Bewertung: / 1
SchlechtSehr Gut 


PDF Drucken E-Mail

 
 
< zurück weiter >