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Positive Auswirkung von Sondertilgungen bei Hypothekendarlehen
Eine Immobilienfinanzierung ist meist langfristig ausgelegt. Bis zur vollständigen Tilgung der ursprünglichen Darlehenssumme vergehen oft bis zu 30 Jahre. Während der Laufzeit gibt es mehrere Perioden für Zinsfestschreibungen, die dann jeweils für eine festgelegt Dauer von Jahren gelten, z.B. 10 Jahre. Ein Wechsel zu einem anderen Finanzierungsinstitut mit günstigeren Konditionen ist in der Regel am Ende einer solchen Zinsfestschreibung möglich.

Ein Instrument zur schnelleren Entschuldung ist die Sondertilgung. Schon beim Abschluss eines Hypothekendarlehens sollte auf das Recht von Sondertilgungen geachtet werden. Einige Banken bieten Ihre Kunden von sich aus Verträge mit der Möglichkeit von Sondertilgungen an, bei Anderen müssen Kunden gezielt danach fragen.

Aber was genau besagt die Sondertilgung?
Die Sondertilgung ermöglicht dem Kreditnehmer, jährlich bis zu einer festgelegten Höchstsumme, zusätzliche Tilgungsleistungen zu erbringen und so die Restschuld zu reduzieren.

Bei einer Darlehenssumme von 200.000 Euro und einer Sondertilgungsmöglichkeit von 5% wären das bis zu 10000 Euro pro Jahr. Auch wenn zu Beginn eines Hausbaus das Budget restlos verplant ist, lohnt sich die Option auf Sondertilgungen. Wenn man sie später nicht nutzt, entsteht kein Schaden. Der Vertrag läuft mit den vereinbarten Konditionen zu Zins und Tilgung wie vereinbart ab. Besteht jedoch die Möglichkeit tatsächlich eine oder mehrere Sondertilgungen auf den Darlehensvertrag einzuzahlen, führt das zu erheblichen Zinseinsparungen. Durch eine Sondertilgung verschiebt sich die monatliche Annuität zu Gunsten der Tilgung und zu Lasten der Zinsen. Im Klartext heißt das, man hat sofort einen Teil seines Hauses bezahlt und einige Monate der Laufzeit bis zum Tilgungsende übersprungen. Somit wird auch die gesamte Zinsbelastung für das Darlehen erheblich gemildert. Je früher eine Sondertilgung getätigt werden kann, desto höher fällt die erzielbare Zinsersparnis aus.

Wenn eine Zahlung von Sondertilgungen nicht während der Zinsfestschreibung erfolgen kann, bietet sich jeweils am Ende einer solchen Zinsperiode die Möglichkeit einer Sondertilgung. Die Anschlussfinanzierung erstreckt sich dann über eine kleinere Summe und wir damit deutlich kleiner in der monatlichen Belastung. Der Darlehensnehmer sollte auch den Wechsel zu einem anderen Institut nicht scheuen, wenn die Konditionen für die nächste Zinsfestschreibung nicht attraktiv genug sind. Viele Bauherren machen sich wenig Gedanken über die insgesamt auflaufende Summe an Zinsen. Sie sparen auf Tages- oder Festgeldkonten. Das ist keine gute Idee, denn die Rendite könnte größer sein. Für Geldanlagen sind aktuell (Stand 2011) ca. 2,5% Guthabenzins zu erzielen. Die Sondertilgung einer Hypothek schlägt aber mit dem Hypothekenzinssatz zu Buche. Der liegt meist über 4% oder gar 5%. Der tatsächliche Effekt ist leider erst am Ende der Finanzierung tatsächlich zu spüren. Während der Laufzeit ist er nur zu errechnen.

Sinnvoll sind Tilgungen allerdings nur bis zur vertraglich festgelegten Höhe, Tilgungen darüber hinaus und Sondertilgungen gegen den Willen der Bank sind sinnlos. Sie verlangt dann in der Regel eine Zinsausfallentschädigung in Höhe der Ersparnis.

Geschrieben von Anton Schulz ( a-schulz [at] kreditrechner.net )

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