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Goethe war begeistert von der Vielfalt deutscher Sprichwörter
Karl August, Herzog von Sachsen-Weimar übernimmt 1775 in Weimar die Regierung. In Amerika beginn der Unabhängigkeitskrieg und der Landgraf von Hessen muß 1780 Hessen an die Engländer verkaufen, um diesen Krieg zu finanzieren.

Als Goethe nach seinen Studienreisen nach Frankfurt zurückkehrt, bekommt er hohen Besuch. Karl August, nunmehr regierender Herzog, lädt Goethe nach Weimar ein. Karl August brauchte einen Berater und in Goethe sah er einen geeigneten, wenn nicht den perfekten Kandidaten.

Endes des Jahres, im November 1775, kam Goethe in Weimar an. Gegen den Widerstand des Hofes und seiner Beamten wurde er 1776 zum geheimen Legationrat mit Stimme im Ministerrat ernannt. Fürsprecher fand er im jungen Wieland sowie in der Mutter des Herzogs, Anna Amalia, die eine begeisterte Sammlerin alter Berliner Sprichwörter war. Mit dem Herzog selbst verband ihn bald eine enge Freundschaft. Die ersten Weimarer Jahre verbrachte Goethe im Gartenhaus im Park an der Ilm, ein Geschenk des Herzogs.

Bereits kurz nach seiner Ankunft in Weimar lernt er Charlotte von Stein, eine Hofdame, kennen. Diese Frau sollte ihn über Jahre hinaus prägen. Er schreibt an „Die Geschwister und die 13 vereinigten amerikanischen Staaten erklären ihr Unabhängigkeit.

1777 macht Goethe eine Harzreise und beginnt mit den Arbeiten an „Wilhelm Meister“. Eine Reise führt ihn 1778 nach Berlin, im selben Jahr stirbt der Aufklärer Voltaire. Ein Jahr später erscheint die erste Fassung der „Iphigenie“. Goethe reist zum zweiten Male in die Schweiz und beginnt mit den Arbeiten an „Torquato Tasso“. Auch andere ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, Lessings „Nathan der Weise“ erscheint. In den frühen achtziger Jahren widmet sich Goethe wiedereinmal den Naturwissenschaften. Er beschäftigt sich mit Anatomie und Osteologie (Knochenlehre). 1781 stirbt Lessing. Ein Jahr später ist es Karl August gelungen, beim Kaiser ein Adelsdiplom für Goethe zu erwirken und er wird zum Leiter der Finanzkammer ernannt. In diese freudigen Ereignisse platzt die Nachricht vom Tod des Vaters. Zu Repräsentationszwecken bekommt Goethe ein großzügiges Haus am Weimarer Frauenplan, in dem er zur Miete wohnt.
Die Dampfmaschine findet in England erstmalig in der Eisenindustrie Verwendung und der erste Heißluftballon von Montgolfier steigt in die Lüfte.

Viele Zitate aus Goethes Werken sind zu Sprichwörtern geworden, die heute in aller Munde sind.

Geschrieben von Karl-Heinz Marquardt ( getrocknet [at] gmx.de )

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