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Modetrends und der Stil der 60er Jahre

Die Entwicklung der 60er Jahre Mode wird geprägt durch das Wirtschaftswunder, den kalten Krieg, viele große technische Entwicklungen und eine sexuelle Revolution. Bei den Frauen entwickelt sich ein neues Selbstwertgefühl, das in der Mode zum Ausdruck kommt. Viele neue Stilrichtungen in der bildenden Kunst, z.B. die Pop-Art mit graphischen Mustern, übten eine große Anziehungskraft auf die 60er Jahre Mode und die Jugendgruppierungen aus.

Ein neues Lebensgefühl wurde von solchen Pop-Idolen gepflegt wie die Beatles, Pete Townsend, Jimmy Hendrix und Bob Dylan. Die Mode betraf hauptsächlich die jüngere Generation, die zur stärksten Käuferschicht wurde. Die 60er Jahre Mode verlor ihren elitären Charakter.


Mode bezieht sich in erster Linie auf das äußerliche Erscheinungsbild des Menschen: Bekleidung, Frisuren, Schuhe, Handtaschen usw. Sie ermöglicht dem Einzelnen, sich einer gruppe Gleichgestellter anzuschließen und eine eigene Subkultur zu kreieren. Die damaligen Modervorbilder waren Julie Christie, Jean Shrimpton, Brigitte Bardot und Jacqline Kennedy. In den sechziger Jahren wurde England zum Modetrend. Film, Fernsehen und Rundfunk trugen auch zur Verbreitung der Mode bei. Mitte der sechziger Jahre kam die Hippie-Welle von Amerika nach Europa. Sie trugen bunte unkonventionelle Kleidung. Die Frauen trugen Jeans oder weite lange Röcke. Das wichtigste Kennzeichen der Hippiemode war die Blume. Man fand sie bei den Hippies auf Jeans, T-Shirts, Röcken und als Haarschmuck. Die „sexuelle Revolution“ der 60er Jahre Mode kam ebenfalls zum Ausdruck. Man trug durchsichtige Blusen ohne Dessous, Kleider mit durchbrochenen geometrischen Formen und die kurzen Hosen, die sich im Zuge der körperlichen Befreiung immer mehr durchsetzen konnten. In der 60er Jahre Mode wurde die neue Rocksaumlänge zum Modeschlager. 1966 wurde in London sogar die „Britische Gesellschaft zum Schutz des Minirocks“ gegründet.

Gleichzeitig mit dem Minirock konnte sich die Feinstrumpfhose durchsetzen. Netzstrümpfe aus elastischem Garn, Spitzenstrümpfe in allen Farben unterstützen die modische Wirkung der kurzen Röcke. Mit dem Befreiungsprozess der Frau wurden die Hosen ein fester Bestandteil der weiblichen Mode, wobei das Jeans-Blau dominierte. In der 60er Jahre Mode vollzog sich der Bedeutungswandel der Jeans von der Freizeitkleidung hin zur Alltagskleidung. Der Jeansstoff wurde bald für viele andere Kleidungsstücke verwendet. Die Frauen trugen spitze Schuhe mit hohen Bleistiftabsätzen. Die Stiefel wurden auch im Sommer getragen. Später kamen die Plateauschuhe hinzu. Sie zeichneten sich durch eine hohe, klobige Sohle aus. Auch das Make-up musste dem Modetrend angepasst sein. Farbige Lidschatten entsprachen der Augen- und Kleiderfarbe. In der Bademode konnte sich der Bikini völlig durchsetzen.


Ab Mitte der sechziger Jahre erfolgt auch in der Herrenmode ein Stilwandel. Der Herrenanzug wurde Figur betont, die Jacken waren tailliert und die Hosen wurden nach unten eng. Der Tagesanzug war aus hellen und gestreiften Stoffen gearbeitet. Der Abendanzug wurde in dunklen Farben getragen. Man trug auch das Polohemd aus Trikot und eine breite Krawatte in verschiedenen Farben und Mustern. Die Einzelhose saß knapp auf den Hüften in Streifen-, Karo-, Fischgrät- oder Jacquardmuster. Dazu passte ein Pullover mit Rollkragen oder V-Ausschnitt. Die Schuhe bei den Herren wurden zunehmend bequemer. Es wurden Schuhe mit Kreppsohle und Slipper und zum Anzug Lacklederschuhe oder Lackstiefeletten getragen. Die Frisur sah wie bei einem „Beatle“ aus. Mit dem neuen Lebensstil der 60er Jahre Mode entstand auch ein neues Lebensgefühl.


Geschrieben von Heiko Westermann ( mail [at] mb-im.de )

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