Dänemark: Tauchen am Kleinen Belt
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Leise plätschert das Wasser unter dem Steg, Sonne und Wolken malen einen leuchtenden Flickenteppich auf das gegenüberliegende Ufer. Drüben auf der kleinen Insel Fænø nutzt ein Bauer den schönen Tag, um auf seiner hügeligen Wiese Heu zu fahren. Alles ist friedlich an diesem beschaulichen Ort, dem Campingplatz Gamle Albo am Kleinen Belt in Dänemark.
Und doch - diese pittoreske Szenerie kann für Taucher trügerisch sein. Zwischen hier und dem fleißigen Landwirt liegt die nur einen Kilometer breite Meerenge des Kleinen Belts, einem Tauchrevier, das für seine launischen Strömungen bekannt ist. Neun Prozent des gesamten Wasseraustausches der Ostsee finden hier statt und entsprechend unvorhersehbar wechseln an diesem Nadelöhr der Ostsee die Strömungen ihre Richtung und Intensität.
Ein Tauchgang, der ganz ruhig beginnt, kann sich am Kleinen Belt innerhalb von wenigen Minuten zu einem ausgewachsenen Drift Dive entwickeln. Zudem ist die Ostsee an dieser Stelle bis zu 80 Meter tief und es herrscht reger Bootsverkehr. Diese Bedingungen stellen zwar vergleichsweise hohe Anforderungen an den Taucher, belohnt wird er jedoch mit einer für die Ostsee ausgesprochen reichhaltigen Fauna sowie mit verlässlich guten Sichtweiten.
Die besondere Lage an der Meerenge des Kleinen Belts lockt jedes Jahr viele Taucher nach Gamle Albo, Einheimische wie auch viele Deutsche. Wer sich an den flachen Landtauchgängen im deutschen Teil der Ostsee schon "sattgetaucht" hat, wird in Gamle Albo ein ganz anderes Gesicht der Ostsee kennenlernen. Hier erkennt man unser seichtes Schelfmeer kaum wieder und wird unwillkürlich an die Tauchgebiete Norwegens erinnert. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Clubs vor allem aus dem norddeutschen Raum ihre jährliche Vereinsausfahrt hierher unternehmen, einige mieten gar für den vereinseigenen Wohnwagen einen Dauerstellplatz an.
Bei einem Ausflug nach Gamle Albo stehen vor Ort ausreichend Stellplätze mit Stromversorgung für Zelt und Wohnwagen zur Verfügung, sowie einige kleine, aber gemütliche Ferienhäuser, je nach Kategorie für bis zu acht Personen. Im Hauptgebäude am Eingang zum Gelände gibt es eine kleine Küche mit Herdplatten, Mikrowelle und Wasserkocher, sowie Spülbecken für den Abwasch des Camping-Geschirrs. Die sanitäre Anlagen sind in sehr gutem Zustand und für die kalten Tage steht sogar eine Sauna bereit. Der kleine Shop am Eingang zum Gelände bietet alles für den täglichen Bedarf, von frischen Brötchen bis hin zu deutschen Zeitschriften, leider erhält der glücklose Taucher hier keine Ersatzteile für die Ausrüstung. Vorsorglich sollten kleine Verschleißteile also selbst mitgebracht werden.
Eine Füllstation direkt am Wasser sorgt für den nötigen Druck auf der Pressluftflasche, das Füllen läuft in Gamle Albo ausgesprochen unkompliziert. Im Shop des Campingplatzes kauft man eine Füllkarte, welche einfach über das Ventil der Flasche gehängt wird. Die Flasche stellt man dann an die Füllstation und spätestens ein Stunde später ist sie bereit zur Abholung. Was auf Anhieb nach mangelnder Organisation klingen mag, erweist sich in der Praxis als überaus vorteilhaft. Besitzer mehrerer Flaschen können auf diese Weise quasi während ihres Tauchgangs füllen lassen, für den Eigentümer einer einzelnen Flasche lässt sich die Oberflächenpause nutzen, um ohne langes Anstellen in einer Schlange an die begehrte Luft zu gelangen. Wer es geschickt anstellt, braucht seine Flasche lediglich circa zwanzig Meter vom Strand zur Füllstation zu tragen und holt sie später auf dem Weg zurück ins Wasser wieder ab, das Vertrauen in die Ehrlichkeit der anderen Taucher vorausgesetzt.
Weitere interessante Spots unter www.tauchen-ultimativ.de |
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Geschrieben von Bastian Campmann ( campmann [at] colonication.de )
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