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Tauchen in Indonesien: Nusa Penida

Tauchen in Indonesien: Nusa Penida


Wenn man bei Indonesien und Bali an Tauchen denkt, denkt man meist an konstant hohe Wassertemperaturen, an Makrofotografie, an easy-diving und an eine der weltweit höchsten Artenvielfalten. Für die meisten Tauchplätze trifft das auch zu, aber es gibt Ausnahmen: Spektakuläre Plätze, an denen die Strömung einen am Riff entlang zieht, an denen kälteres Wasser aus der Tiefe aufsteigt und riesige Mantas sich an Putzerstationen reinigen und ausgiebig beobachten lassen.

Gerade einmal acht Kilometer östlich von Bali gelegen findet sich Nusa Penida, die größte Insel einer kleinen Inselgruppe, zu der auch Nusa Ceningan und Nusa Lembongan gehören. Hier, in der Straße von Lombok, liegt die Wassertemperatur lediglich bei 21 bis 24 Grad. In den Kanälen zwischen den Inseln erreicht die Strömung oftmals zwischen vier und sieben Knoten Geschwindigkeit, wird Tauchen zum Expresszug für erfahrene Taucher, vorbei an Großfisch und durch beeindruckende Sichtweiten hindurch.

Schon der Blick vom Boot aus hin zu Nusa Penida ist ein Erlebnis; malerische Buchten wechseln sich ab mit spektakulären Steilhängen und von der antosenden Brandung geformten Einschnitten. Neun Tauchplätze gibt es rund um die Inselgruppe (siehe Karte), einer faszinierender als der andere, von denen wir die interessantesten Vier kurz vorstellen möchten.

Nusa Lembongan Blue Corner (Nummer 1)

Hier ist immer ein Drift-Dive angesagt, die Strömung zieht den Taucher an der Riffwand entlang, vorbei an beeindruckenden Gorgonien und Weichkorallen. Die Steilwand fällt bis auf gut 40 Meter ab und ist durchzogen von Einschnitten, kleinen Höhlen und Überhängen, an denen sich Krebse, Seepferdchen, Seenadeln und allerlei Kleingetier tummeln. Noch interessanter ist der Blick ins Freiwasser: Inmitten einer Fischsuppe aus Makrelen und oftmals auch Tunfischen lassen sich häufig Haie, Adlerrochen, Schildkröten und ab und an auch Mantas blicken. Ein Platz für den erfahrenen Taucher.

Nusa Penida SD (Nummer 3)
Im Norden Nusa Penidas gelegen, ist auch dieser Tauchgang ein Drift-Dive, bei dem der Taucher am Ende vom Boot wieder eingesammelt wird. Nach dem Abstieg erreicht man in rund zehn Metern Tiefe das Riffdach, von wo aus die Riffwand schräg in größere Tiefen abfällt. Die Hartkorallen (insbesondere die Geweihkorallen) gehörigen zu den prächtigsten ihrer Art, auch hier hat man gute Chancen auf Großfische wie Haie, Adlerrochen und Schildkröten. Berühmtheit erlangt hat der Platz jedoch durch die in den Sommermonaten auftauchenden Mondfische (Mola-Mola), die dann zum Sonnen an die Oberfläche kommen.

Nusa Penida Manta Point (Nummer 8)
Der wohl bekannteste Spot bei Nusa Penida und einer der weltweit besten Plätze um Mantas, die Könige unter den Rochen, in Ruhe bewundern zu können. Der auch für Anfänger geeignete Tauchplatz von maximal 12 Metern Tiefe beinhaltet einige große Felsblöcke, auf denen sich auf dem obersten Punkt, nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche, Putzerstationen angesiedelt haben. Sofern man sich von der obersten Stufe der Blöcke fernhält und die Mantas somit nicht stört, danken es diese mit engelsgleicher Ruhe: Diesen bis zu fünf Metern großen eleganten Riesen beim „Flug“ zuzuschauen oder wie sie, nur mit winzigsten Flügelschlägen, fast bewegungslos in der Strömung schweben, ist einer der erhabensten Anblicke, die ein Taucher unter Wasser vor die Maske bekommen kann!

Nusa Penida Christal Bay (Nummer 9)
Im Kanal zwischen Nusa Penida und Nusa Ceningan liegt die malerische Bucht Christal Bay, deren Tauchplatz vor den im Kanal herrschenden starken Strömungen gut geschützt ist. Mit maximal 20 bis 25 Meter Tiefe ist auch dieser Platz für Anfänger geeignet. Nach dem Abtauchen stößt man auf unzählige Lederkorallen, Rifffische und Nacktschnecken. Oftmals ziehen im Freiwasser Makrelen und Tunfische vorbei, doch Achtung: Allzu weit sollte man sich nicht heraus wagen, um nicht von der Strömung erfasst zu werden, deren Richtung hier permanent wechselt und häufig auch abwärts beziehungsweise aufwärts ziehen kann!
Am nördlichen Ende der Bucht findet sich eine schmale Höhle, die man unbedingt aufsuchen sollte. Wenn man in ihr auftaucht, stößt man auf hunderte von Fledermäusen, die durch Felsspalten eindringen, um hier Schutz vor der Helligkeit des Tages zu suchen. Weitere interessante Spots finden Sie unter www.tauchen-ultimativ.de



Geschrieben von Bastian Campmann ( campmann [at] colonication.de )

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