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Tierhaltung zuhause - Artgerecht


Immer wieder liest und hört man von dem Begriff der artgerechten Haltung. Sowohl im Zoo als auch bei Haustieren. Doch diese Theorie sieht in der Praxis ganz anders aus und weist in vielen Fällen philosophische Fragen auf. Die Frage lautet zunächst, was artgerechte Haltung überhaupt genau bedeutet und wer es festlegt. Schließlich kann man die Tiere nicht selbst fragen. Hier gibt es viele Meinungen und irgendwie scheinen alle nicht ganz richtig zu sein, jedoch kann man sich mit ein wenig Mühe zumindest immer im Ansatz daran orientieren. Alles zuliebe des Tieres, denn damit beginnt es.

Es geht darum, was das beste für das Tier ist. Und oftmals sind gutgemeinte Ideen eben nicht gut für das Tier. Das passiert häufig, wenn man vermenschlicht, was relativ oft vorkommt. Dabei wird etwas für den Menschen Gutes auf das Tier übertragen, obwohl hier die Maßstäbe ganz anders sind. Beispielsweise bei Kleidung für das Tier, obwohl es in den meisten Fällen ja ein Fell trägt, dass genau diese Aufgabe übernimmt.


Kratzbaum, Laufrad und Hundeknochen

Worum geht es bei artgerechter Haltung also? Eines ist klar, eine vollständige Umgebung und Lebensweise wie in der Natur, kann man dem Tier nicht geben. Allerdings ist das auch gar nicht notwendig. Man muss einerseits von dem Gedanken wegkommen, ein Tier zu halten, es aber vollkommen wie der Natur zu belassen, andererseits auch davon, ein Tier zu sehr zu vereinnahmen. Es geht auch darum, die Symbiose zu akzeptieren. Das können die Tiere ihrerseits auch. Es ist nicht so, dass der Hund per se sein Leben als Wolf im Wald vermisst, sondern einfach bestimmte, ihm angeborene, Verhaltensweisen. Kann man diese bedienen und sich damit abfinden, dann steht theoretisch nichts mehr im Wege.

Ein Kratzbaum für die Katze, ein Laufrad für den Hamster oder eben der Knochen für den Hund. Dabei handelt es sich nicht einzig um schönes Spielzeug, damit man den Kleinen beim Spielen zusehen kann, sondern um notwendige Alternativen, die man eben notgedrungen bieten muss. Nager wollen viel laufen, können es aber nicht in ihren engen Käfigen. Katzen wollen klettern, sich ausruhen und ihre Krallen benutzen, dafür bietet Kratzbaum Hersteller genau die richtigen Lösungen an. Es geht darum, die Bedürfnisse des Tieres zu befriedigen. 


Tierliebe und die Grenzen

Dabei kann zu viel der falschen Liebe auch zu einem falschen Umgang führen. Tiere brauchen zwangsläufig keine Kleidung, Hamster wollen nicht in einem Laufball aus Plastik laufen. Auch vermeintlich liebe Tiere sind davon nicht ausgenommen. Wenn ein Meerschweinchen still auf dem Schoss sitzt, kann es dennoch Angst haben dabei und zeigt diese nur nicht offensichtlich.
Bei der Tierhaltung geht es darum, dass Tier so gut wie möglich verstehen zu lernen.

Beobachten und zuhören sind hier notwendig, dazu hilft es außerdem, dass Tier als Familienmitglied zu sehen. Nicht, damit es am selben Tisch ist, wohl aber im Sinne dessen, dass es Bedürfnisse hat und diese nicht nachstehen sollten.


Geschrieben von Charalabos Tsilimekis ( tsilimekis [at] texter-ct.de )

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