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Versicherungsmaklern vertrauen?

Auch in Zeiten von Direktversicherung per Telefon, Internet und Postwurfsendung ist der Versicherungmakler ein fester Bestandteil des Vertriebswesens einer modernen Versicherungsgesellschaft. International agierende Konzerne können sich nur begrenzt eine eigene aussendienstliche Vertriebsstruktur leisten und sind daher per Definition auf die Makler angewiesen. Die meisten Versicherungsmakler bauen auf dem Provisions-Geschäftsmodell auf: Die Beratung des Maklers ist für den Kunden kostenlos, dafür bekommt der Makler bei Vertragsabschluss eine Provision der vertragsausgebenden Versicherung - quasi ein Akquise-Modell. Dass der Kunde hier letztendlich doch mitbezahlt, ist wohl jedem klar - geschenkt gibt es schließlich in der Finanzwelt nichts. Dennoch ist dieses Modell für viele Kunden verlockend, weil natürlich die Beratungskosten so gesehen nur bei Abschluss zu zahlen sind und dann auch noch auf viele Versicherungskunden aufgeteilt werden. Doch ein gravierender Nachteil haftet an diesem System: Während auf dem Papier die Beratung nach den Vorstellungen des Kunden eine passende Police sucht und die Vergütung für den Makler unabhängig vom Vertragspartner ist, sieht es in der Realität leider so aus, dass viele Versicherer durch hohe Provisionen mehr Kunden abfischen wollen. Maklern wird so ein ertragreicheres Geschäft versprochen - da ist es fast schon ein Automatismus, dass die Verträge mit den höchsten Provisionen bevorzugt angeboten werden. Der Versicherungslaie sieht leider meist nicht hinter diese fadenscheinigen Abläufe und verpasst so vielleicht die für ihn optimale Lösung, die er bei einem honorarbasierten Makler eher gefunden hätte: Hier zahlt der Kunde für die Beratung - egal ob erfolgreich oder nicht. Dafür garantiert der Makler Unabhängigkeit und Kundenorientierung statt Prämiengeilheit - zumindest auf dem Papier, denn viele Makler sehen hier hauptsächlich eine Geldeinnahmequelle und nehmen sowohl ein Honorar als auch Prämien der Versicherungsgesellschaften, womit man beim eben beschriebenen Problem wäre. Um wirklich sicher zu gehen, sollte man also schon im Vorfeld vergleichen, prüfen und bei Verbraucherzentralen anfragen. Das lohnt sich besonders bei langfristigen Verträgen wie etwa der Lebensversicherung oder generell bei kapitalbildenden Versicherungen.


Geschrieben von Florian Kleve ( red [at] medena.de )

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