Römische Traditionen
|
|
Um die Ursprünge des christlichen Weihnachtsfestes ranken sich zahlreiche Mythen - und möglicherweise gezielte Fehlinformationen. Hartnäckig hält sich beispielsweise das Gerücht, unser Weihnachten habe heidnisch-nordeuropäische Wurzeln. Diese These gilt heutzutage als eindeutig widerlegt.
Gesichert scheint dagegen, dass Christen im Römischen Reich bereits in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung dieses Fest zur Ehren von Jesu Geburt feierten. Das genaue kalendarische Datum des Weihnachtsfestes wechselte allerdings im Laufe der Zeit. War zunächst vor allem der 6. Januar gebräuchlich, legte man sich seit dem 4. Jahrhundert auf den 25. Dezember fest.
|
Ein strategisch sinnvoller Termin
|
|
Zwar ist keinesfalls belegt, dass der historische Jesus Christus an diesem Tag das Licht der Welt erblickte, jedoch hatte der neue Termin mehrere strategische Vorteile: Die ursprünglich "heidnischen" Römer feierten am 25. Dezember ein kultisches Fest, um ihren Sonnengott Sol Invictus zu ehren. Außerdem lag in historischer Zeit an diesem Tag die Wintersonnenwende, also die längste Nacht des Jahres. Was lag also näher, als an den römischen Bürgern den offiziellen Übergang vom heidnischen Glauben zum Christentum zu erleichtern, indem man diesen populären Feiertag für das neue Weihnachten auswählte?
Es gibt wohl keine belastbare Überlieferung darüber, wie die Römer diese Umdeutung des 25. Dezembers aufnahmen. Allerdings hat ihnen der Wechsel der Staatsreligion vermutlich kaum einen Spielraum zu größeren Protesten gegeben.
|
Auswirkungen der Kalenderreform
|
| Zu terminlichen Diskrepanzen kam es erst sehr viel später: Im 16. Jahrhundert kam es in vielen Teilen der Welt zu einer tiefgreifenden Kalenderreform, als der Julianische Kalender vom Gregorianischen Kalender abgelöst wurde. Eine wichtige Auswirkung dieser Umstellung ist, dass die griechisch-orthodoxen Christen Weihnachten heute am 7. Januar begehen, also 13 Tage später als die katholischen oder protestantischen Christen. Einen weiteren Sonderfall stellen die armenischen Christen dar, die das Weihnachtsfest erst am 19. Januar feiern. Der Grund dafür ist, dass die Armenier Weihnachten am 6. Januar des alten Julianischen Kalenders begehen. |
Geschrieben von Jürgen Reschke ( info [at] tippss.de )
|
|
|
| |