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Wichtige Infos zum Thema Piercingschmuck


Durch das gezielte Durchstechen verschiedener Stellen am Körper, wie zum Beispiel Ohren oder Lippen, wird bereits seit vielen tausend Jahren von verschiedenen Kulturen als traditioneller Piercingschmuck praktiziert. Das Piercing handelt sich dabei weniger um Körperschmuck, als vielmehr um den gesellschaftlichen Status anzuzeigen, die Reife des Menschen oder um die Abgrenzung zu anderen Stämmen. Neuerscheinungen, wie das Madison - und Korsett-Piercing sind eine Neuerscheinung ans den 90er Jahren.

Während Piercings wie Labret - Nostril- oder Apadravya-Piercings auf eine sehr alte Tradition zurückgehen, wurden andere Piercings, wie zum Beispiel Industrial - Nefertiti -und Lippenbandpiercing neu erfunden.
Außerdem ist das Piercing der aktuellen Trends und Mode unterworfen. Waren Anfang der 90er Jahre noch Nasen-, Augenbrauen - Und Bauchnabelpiercings beim Großteil der Bevölkerung beliebt, sind heutzutage das Septumpiercing, das Durchstechen des Tragus sowie der Labret und das Dehnen der Ohrläppchen sehr beliebt.

Frauen bevorzugen das Labretpiercing sowie das Durchstechen der Brustwarzen, aber auch Intimpiercings erfreuen sich immer höherer Beliebtheit.

Um Infektionen zu vermeiden, wird die, Körperstelle, an der das Piercing sitzen soll, zunächst desinfiziert und von Haaren befreit. Mit einem Stift wird der Eingangs - und der Ausgangspunkt des Stichkanals gekennzeichnet und mit einer Zange festgehalten. Diese Zange hat am Kopf zwei ringförmige Klemmen, durch welche die Piercingnadel durchgeführt werden kann. Zum Großteil werden Piercings mit einem peripheren Venenkatheder gestochen und mit Hilfe dieses Überzuges, bestehend aus Teflon oder Plastik, wird der Schmuck durch den Stichkanal gezogen.

Bei einem neuen Piercing wird die Wunde vom Schmuck offengehalten, dabei bildet sich, während des Heilungsprozesses, ein Hautschlauch, der den Schmuck umschließt. Dies fördert, nach dem gerinnen der Blutung, die Durchblutung des umliegenden Gewebes. Dies kann in den ersten Wochen oft zu Schwellungen, Rötungen und Erwärmung führen. Treten Blutgerinnsel auf, werden diese durch Wundflüssigkeit herausgespült. Tritt eine Infektion auf, kann es zum Austreten von Eiter kommen.

Der Heilungsprozess an sich ist abhängig von Hygiene, Pflege, Schmuck sowie natürlich von der Körperstelle, an welcher das Piercing gestochen wurde. da ein Knorpelpiercing keine eigenen Blutgefäße besitzt, gestaltet sich hier die Heilung langwieriger als beispielsweise bei Intimpiercings, die bei regelmäßigem Kontakt zu Eigenurin, vorteilhaft verheilen. Problematisch stellt sich auch die Reizung durch Reibung oder regelmäßige Bewegung dar. Ein Bauchnabelpiercing, das in ständigem Kontakt zum Hosenbund steht, heilt langsamer und schwieriger ab, als andere Piercings. Wird zudem noch der Schmuck eine Woche nach dem Stechen gewechselt, wird die Infektionsgefahr gesteigert und der Heilungsprozess kann negativ beeinflusst werden.


Geschrieben von Matthias Hosse ( info [at] zungenpiercing.eu )

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