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Die Sächsische Schweiz gilt weltweit als Wiege des Freeclimbings
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Wir befinden uns in einem der ältesten Klettergebiete der Erde. Lagerwächter, Hirschzahn, Peterskirche oder Eunuch, diese und viele weitere verrückte Namen gaben die Kletterer in der Sächsischen Schweiz ihren Gipfeln. Sie verweisen auf deren kuriose Anmutung inmitten einer einzigartigen Naturlandschaft. Verschiedene Wege führen in diesem Fall einmal nicht nach Rom, sondern auf die mehr als 1100 Gipfel bzw. freistehenden Sandsteinfelsen gen Himmel. Die Rede ist von ca. 21.000 Kletterwegen, die Kletterern aus aller Welt einen außergewöhnlichen Genuss über der Erde bescheren. „Immer schön an der Wand entlang“, ist das Motto der Kletterer in der Sächsischen Schweiz seit fast 150 Jahren. Zu Beginn der Bergsteigertradition ziehen Schandauer Turner noch mit künstlichen Hilfsmitteln wie Leitern oder Metallstiften in steile Höhen. Doch kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts verzichten Gipfelstürmer auf solche Hilfsmittel. Ab sofort heißt dieser Sport „Freiklettern“, wobei lediglich mit Händen und Füßen der Anziehungskraft der Erde davon gestiegen wird. Freiklettern bedarf bis heute bestimmter Regeln, die erstmals 1910 als „Sächsische Kletterregeln“ festgeschrieben werden. Mit dem sächsischen Bergsteiger Fritz Wiessner, der 1930 in die USA emigriert, wird Freiklettern, sprich Freeclimbing, auch in den USA populär. Was von dort später nach Europa zurückschwappt, sind verschiedene Spielarten des Sportkletterns. Das Gipfelbucharchiv des Sächsischen Bergsteigerbundes umfasst derzeit 4.000 Bände. Sie bezeugen die Namen derer, die die Gipfel der Sächsischen Schweiz in gefährlichen Erstbegehungen erobert haben. Über 100 Jahre alt ist da z.B. der Eintrag von Albert Kunze an der Esse über dem Amselsee. Weitere namhafte Kletterpersönlichkeiten sind z.B. Oliver Perry-Smith, Rudolf Fehrmann, Friedrich Meurer oder Oscar Schuster. Die Schwierigkeitsgrade der Kletterwege an freistehenden Sandsteinfelsen auf Sächsischer und auf Böhmischer Seite reichen von I (niedrig) bis XII (extrem). Kletterregeln schützen sowohl den Kletterer als auch die weiche Sandsteinoberfläche und wichtige Lebensräume in der Nationalparkregion. An nassen und brüchigen Felsen ist Klettern verboten. Seile, Seilschlingen, Karabiner und Ringe dienen ausschließlich der Sicherung, nicht aber zur Fortbewegung. Klettern am Felsen heißt, die eigene Körperkraft einzusetzen. So wird der Sport zum Abenteuer und zur Herausforderung für Große und Kleine. Gerade für Kinder gilt Klettern als Schule des Lebens. Sie überwinden Ängste, übernehmen Verantwortung und lernen unbekannte Situationen besser einschätzen. Anders als bei ungeübten Erwachsenen fällt es ihnen oft leichter, Körpergewicht und die nötige Kraft in Einklang zu bringen und katzengleich den Fels nach oben zu balancieren. Zwischen 10 und 90 Meter hoch sind die Felsen im Elbsandsteingebirge. Von einigen Vereinen, privaten Outdoor-Firmen und natürlich vom Sächsischen Bergsteigerbund werden Kletterkurse für Anfänger bis Fortgeschrittene angeboten. Ausrüstung kann entsprechend ausgeliehen werden. Für Neueinsteiger und Kinder ist das Bielatal zum Sich-Ausprobieren gut geeignet. Erfahrene Kletterer fühlen sich z.B. von den Gipfeln um den Kurort Rathen oder den Schrammsteinen herausgefordert. Dort warten hohe Steilwände, scharfe Kanten, Pfeiler, Kamine, Risse und dunkle Schluchten auf sportliche und schwindelfreie Besucher. Alle Klettertechniken sind hier gefordert. Vorausdenken ist dabei wichtig, jeder Handgriff und Fußtritt muss wohl überlegt sein. Das Abenteuer kann also beginnen. Alle Informationen über den Klettersport in einem der ältesten Klettergebiete der Welt, dem Elbsandsteingebirge, sind beim ansässigen Tourismusverband erhältlich. Klettergebiete Geschrieben von sabine meisel für TVSSW ( s.meisel [at] saechsische-schweiz.de ) |
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