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Überblick über Mediation und Mediationsausbildung

Mediation und Mediationsausbildung

Die Zeiten, in denen Mediation mit Meditation verwechselt wurde, sind vorbei. Inzwischen wissen viele, daß Mediation etwas mit Konfliktvermittlung zu tun hat. Ein Mediator, das ist so etwas wie ein Schlichter oder ein Schiedsrichter, kann man oft hören. Falsch. Ein Schlichter präsentiert den Konfliktparteien einen Lösungsvorschlag, ein Schiedsrichter sagt, was richtig ist und was falsch. Ein Mediator tut beides nicht.

Ein Mediator hat keine Entscheidungskompetenz. Er sagt auch nicht, was richtig ist. Ein Mediator ist ein Gesprächsführer, ein Moderator. Er leitet ein Gespräch, das sich ohne diese Gesprächsleitung im Kreise drehen würde. Die Konfliktparteien würde immer wieder dieselben Forderungen und dieselben Beschuldigungen vorbringen. Der Mediator führt das Gespräch so, daß die Konfliktparteien wieder konstruktiv miteinander reden und gemeinsam eine Lösung entwickeln können.

Diese Technik der Konfliktbearbeitung ist besonders im Wirtschaftsleben interessant. Die Mediation ist ein flexibles Verfahren, sie kann schnell einberufen werden; die Parteien können alles zur Sprache bringen, was Ihnen wichtig ist. Es gibt keine Sieger und Verlierer, und das heißt: Geschäftsbeziehungen bleiben erhalten,

Im Mittelpunkt einer Mediation steht nicht die Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern das Entwickeln einer ganz konkreten Lösung für den anstehenden Konflikt. Am Ende steht meist eine schriftliche Vereinbarung.

Eine wichtige Voraussetzung für eine Mediation besteht darin, dass die Konfliktparteien sich einigen wollen. Die typische Ausgangskonstellation ist die, daß die Parteien sich einigen wollen aber nicht einigen können.

Wie kann man diese Blockierung auflösen? Die Konfliktparteien haben sich in „Positionen“ eingegraben, in Forderungen und Gegenforderungen, garniert mit Beschuldigungen und Gegenbeschuldigungen. Der Mediator hilft den Konfliktparteien, sich darüber klar zu werden, welche Interessen sie mithilfe ihrer Forderungen eigentlich einmal verfolgen wollten. Diese Interessen sind durch die Konfliktdynamik aus den Augen geraten, die Parteien haben sich gewissermaßen in ihre Forderungen verliebt.

Wenn die Interessen klar sind, kann im nächsten Schritt gefragt werden, welche Möglichkeiten es gibt, diese Interessen zu befriedigen. Dabei stellt sich in der Regel heraus, daß die „Positionen“, mit denen die Konfliktparteien in die Mediation gekommen sind, keineswegs die einzige Möglichkeit sind, die Interessen zu befriedigen.

Und das funktioniert? Ja, erstaunlich gut. Eine Erfolgsgarantie gibt es natürlich nicht, aber Mediationen sind zu etwa zwei Dritteln oder drei Vierteln erfolgreich.

Wer eine Mediation selbst durchführen will, sollte sich ausbilden lassen. Bei der Wahl eines Ausbildungsinstituts sollte man vor allem darauf achten, dass die Mediationsausbildung nicht kürzer ist als 150 Zeitstunden und dass die Ausbildung von einem Mediationsverband zertifiziert ist.

Wollen Sie mehr über Mediation erfahren? Im Internet werden Sie schnell fündig. Auf der Seite www.navigatur.de finden Sie eine Linkliste rund um die Themen Mediation, Wirtschaftsmediation und Mediationsausbildung.



Geschrieben von Rolf Nemitz ( rolf.nemitz [at] gmx.de )

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