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Zeitweilige Entspannung der Anleihemärkte

Rezession in Europa?

Sie sind noch immer deutlich zu spüren, die Auswirkungen der anhaltenden Schuldenkrise in Europa auf die internationalen Finanzmärkte. Nachdem nun immer mehr Länder der Eurozone schwächeln und das Wort Rezession beinahe jeden Tag in den Medien zu lesen ist, wird immer öfter die EZB dazu aufgefordert, den Ländern unter die Arme zu greifen.

Schon zu Beginn des Jahres 2011 hatte Jürg Zeltner, der beim UBS Wealth Management als CEO tätig ist, verlauten lassen, dass es sich bei diesem um kein leichtes Jahr handeln würde: „Weltweit werden 2011 Regierungen und Zentralbanken weit reichende politische und wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Die werden auch für andere Länder zu spüren sein. Und daraus können internationale Währungs- und Handelskonflikte entstehen.“


Anleihemärkte in Südeuropa

Tatsächlich haben die Börsen und Märkte weltweit unter der Krise zu leiden. Besonders auf den Anleihemärkten war die Anspannung in den letzten Wochen extrem zu spüren gewesen. Denn bei dem Ausmaß der Schuldenkrise, wie es am Anfang gewirkt hatte, blieb es nicht. Neben Griechenland meldeten auch bald Spanien und Italien finanzielle Sorgen an und nun scheint der gesamte Euroraum von einer Rezession bedroht zu sein.

Am vorletzten Novemberwochenende fanden nun in Spanien Parlamentswahlen statt. Vor diesem Hintergrund hat sich die Lage am europäischen Anleihemarkt wieder etwas entspannt, Risikoaufschläge einiger Staatstitel gingen deutlich zurück. Besonders der italienische Anleihemarkt erlebte in dieser Woche deutliche Erleichterungen. Die Rendite für richtungsweisende zehnjährige Titel sank um etwa 0,14 Prozent auf rund 6,7 Prozent, wobei dieser Entwicklung noch ein starker Anstieg voraus gegangen war. Grund für die Verbesserung der Lage scheinen Äußerungen des neuen Regierungschefs Mario Monti zu sein, der von weitreichenden Strukturreformen sprach.

Unsicherheit breitet sich aus

Doch nicht nur in Italien sieht die Lage an den Märkten zum Wochenende besser aus, auch Frankreich, wo es kürzlich ebenfalls zu Problemen gekommen war, Spanien, Österreich und Belgien verzeichneten bessere Werte. Hier gingen die Risikoaufschläge zu deutschen Staatsanleihen deutlich zurück. Das führt zu einer großen Erleichterung in ganz Europa, denn die wichtigen Kernländer der Eurozone, wie Deutschland und Frankreich, die immer als relativ stabil gegolten hatten, waren ebenfalls in der vergangenen Woche unter Druck geraten. Vielleicht war dies ja nur eine kurzzeitige Erscheinung.



Geschrieben von Anika Glowania ( anika.glowania [at] omruk.co.uk )

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