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Was sollte beim Kauf einer neuen Digitalkamera beachtet werden?
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Da wäre mal wieder eine neue Digitalkamera fällig, denkt so mancher fotografieverliebter Mensch dieser Tage. Gerade bei Digitalkameras tut sich noch richtig was, wenn es um technologische Weiterentwicklungen geht. Und so könnte - zumindest bei Technikfreaks - die gerade erst vor zwei Jahren angeschaffte Kamera heute schon wieder auf dem Prüfstand stehen. Spätestens wenn der Wunsch nach neuer Fototechnik konkret wird, stellt sich natürlich die Frage, welche Marke, welches Produkt es denn werden soll. Und das gilt um so mehr, weil es inzwischen wohl hunderte Modelle gibt, die sich auf wundersame Weise scheinbar täglich vervielfachen. In dieser Situation ist es sehr sinnvoll, sich über die Kriterien, nach denen die neue Kamera ausgewählt wird, Gedanken zu machen. Die folgenden Informationen mögen bei der Entscheidungsfindung einige Denkanstöße liefern. Nehmen wir uns zuerst der Bildqualität an. Die Güte eines Fotos resultiert aus dessen Auflösung, dem Zoom und der Lichtempfindlichkeit der Kamera und der damit verbundenen Verschlußzeit. Die Auflösung wird meistens in Millionen Punkte angegeben und ergibt sich aus der Bildbreite multipliziert mit der Bildhöhe. Ein Full-HD-Bild verteilt sich auf 3 Mio. Pixel und kann heute auf den wenigsten Computermonitoren ohne Verkleinerung am Stück angezeigt werden. Höhere Auflösungen werden immer dann benötigt, wenn fotorealistische Ausdrucke angefertigt werden sollen. Auflösungen um die 9.000.000 Punkte unterstützen den Posterdruck bei 75x50 Zentimetern. An der Stelle stellt sich die Frage, wie oft Fotos in solchen Großformaten erstellt werden sollen. Immerhin kann die zugehörige Bilddatei locker einige MB an Speicher belegen. Man unterscheidet zwischen elektronischem und optischem Digitalkamera-Zoom. Auf die digitalen Vergrößerungsmethoden kann getrost verzichtet und stattdessen lieber auf einen ordentlichen Grafikeditor vertraut werden. Das Objektivzoom wird meistens mit einem Faktor beziffert, der das Verhältnis aus minimaler und maximaler Brennweite bezeichnet. Beispielsweise verkümmern die Angaben der Brennweitenbereiche 35-105 mm oder 60-180 mm zum Zoomfaktor 3. Die Brennweitenangabe sagt eher etwas über die Tele- bzw. Weitwinkelfähigkeit eines Objektivs aus - je größer die maximale Brennweite, desto näher kann ein Bildausschnitt gezoomt werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der minimal einzuhaltende Abstand zwischen Objekt und Kamera, ab der die Objektivoptik überhaupt scharf fokussiert. Neben der Bildqualität spielt die Anwendungsqualität eine entscheidende, für manche Fotografen sogar die Haupt- Rolle. Dabei geht es um alles, was das Leben mit der Kamera erleichtert oder eben auch nicht. Was nützt die allerbeste Kamera wenn man sie nie mitnimmt, weil sie zu schwer oder zu groß ist? Und was bringt dieses riesige Super-Black-hast-Du-nicht-gesehen-Display, mit dem sich das hochauflösende Meisterporträt praktisch in Druckauflösung genießen läßt, wenn zwei Minuten so einer Vorführung die Akkus leersaugen. Die Anwendungsqualität mag auch die Wünschelrute sein, die sicher durch den langen Entscheidungsweg führt, auf dem die Wahl zwischen Kompaktkamera und Spiegelreflexboliden fällt. Nicht umsonst heißen die kleinen, leichten Knipsis kompakt. Auf der anderen Seite läßt sich mit Spiegelreflexos auch akkuschonend prima mit ausgeschaltetem Display fotografieren. Auch hinsichtlich der Aufnahmelatenz und überhaupt dem gesamten Zeitverhalten sind die Großen meistens überlegen. Wie bei jeder anderen Kaufentscheidung spielt natürlich auch bei Digitalkameras der Preis eine entscheidende Bedeutung. Allerdings gibt es kaum ein Konsumgut mit einer solchen Bandbreite an Preisen und den damit verbundenen Funktions- und Qualitätsunterschieden. Während Kompaktkameras ab 70 Euro zu haben sind, wenn man mal die Pappschachteln mit Auslöser ignoriert, können Spiegelreflexkameras mit ihren Objektiven leicht einige tausend Euro kosten. Tatsächlich sind durchaus Konfigurationen denkbar, in denen das Objektiv ein Vielfaches des Gehäuses kostet. Ab 450 Euro präsentieren sich die auch Body genannten technischen Wunderwerke in den Läden. Für rund 1000 Euro werden sehr ausgewogene Spiegelreflexkamerakonfigurationen inklusive eines 18-200 mm-Objektives angeboten. Ab 250 Euro gibt es recht anspruchsvolle, ebenfalls sehr ausgewogene Kompaktkameramodelle. Wie wir gesehen haben spielt bei der Wahl der den persönlichen Ansprüchen am ehesten genügende Digitalkamera neben dem Preis auch die gewünschte Bildqualität und der Komfort in der Anwendung eine entscheidende Rolle. In dem Zusammenhang mag der Gedanke beruhigen, daß sich auch Profis durch dieselben Entscheidungsfahnen quälen dürfen wie der Hobbyfotograf von nebenan. Und hier kommt das non plus ultra Balsam für die Seelen aller Normalsterblichen mit begrenztem Budget. Wer schon immer eine Spiegelreflex sein Eigen nennen mochte, sich aber doch nur eine Kompakte leisten konnte möge doch nur mal zusammenrechnen, wieviel Kilogramm pro Sekunde er oder sie weniger durch Fotostreifzüge schleppen mußte. Wer sich als stolzer Spiegelreflexbesitzer jetzt Gedanken über Haltungsprobleme macht, erinnere sich der genialen Fotos auf eigenen Datenspeichern - jedes ein Kunstwerk mit seiner eigenen Entstehungsgeschichte. Jedem die seine, eben. Geschrieben von Bert Huck ( behem [at] migz.de ) |
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