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Tierische Abbildungen dominieren die skythische Kunst
Als Tierstil bezeichnet man einen Kunststil der vorgeschichtlichen Nomadenstämme Eurasiens. Animalische Symbole sind charakteristisch für den Goldschatz der Skythen - ein wildes vorchristliches Reitervolk, über dessen genaue Herkunft sich die Wissenschaftler bis heute nicht einig sind.
Fest steht, dass uns die Skythen ein bedeutendes künsterlisches und kuturelles Erbe hinterlassen haben: Der prächtige Goldschatz der Skythen zeugt von der hohen Kunstfertigkeit dieses Volkes. Für die Skythen spielte kunstvoll gefertigter, teils höchst filigraner Schmuck eine bedeutende Rolle. Ohrringe, Halsreifen mit Tiermotiven, Perlen und goldene Ornamente am Gewand erfreuten sich schon zu vorchristlicher Zeit großer Beliebtheit. Sogar das Zaumzeug der Pferde war prächtig verziert.
Auf den skythischen Schmuckstücken wurden überwiegend Tiere (einzeln oder zu Friesen geordnet) dargestellt, welche zum Teil auch eine mythische Bedeutung hatten. Diese waren aller Wahrscheinlichkeit nach Stammeszeichen oder Totemtiere.
Die animalischen Abbildungen mit ihrer kunstvoll verdrehten Symbolik haben auf ihren Betrachter eine nahezu magische Wirkung. Beeindruckend sind sowohl die Vielfältigkeit der skythischen Tiermotive als auch deren Haltung und Bewegung.
Großer Beliebtheit erfreuten sich bei den Nomaden auch jene Tiere, die stark und schnell waren. Die Skythen betonten deren Qualitäten und Merkmale. So stellten sie einige Körperteile übertrieben vergrößert dar. Diese Methode zeichnet den skythischen Stil der Tierdarstellung besonders stark aus.
Die Darstellungen von Tieren in der skythischen Kunst beeindrucken durch eine sehr detaillierte Wiedergabe. Als Motiv besonders verbreitet waren unter anderem Greife, Pferde, Hirsche und Schlangen.
Wie schon der griechische Geschichtsschreiber Herodot im 5. Jahrhundert v.Chr. zu berichten wusste, muss insbesondere der sehr häufig vertetene Greif eine tragende Rolle gespielt haben. Herodot selbst bezeichnete den Greifen als „ geflügeltes Ungeheuer“.
Der Körper des Greifen ist dem eines Löwen nachempfunden, an seinen Füßen sind mächtige Klauen. Er hat den Kopf und die Flügel eines Adlers. So vereint der Greif das mächtigste Tier der Erde mit dem stärksten Tier der Lüfte. Der Greif ist zweifellos eine imposante und furchteinflößende Erscheinung, weshalb er schon in vorchristlicher Zeit ein beliebtes Symbol war.
Tierkampfbilder, in denen der Greif immer wieder auftaucht, vermitteln ein Bild von Stärke und Macht. Eine der bedeutendsten Tierkampfszenen ist auf dem Pektoral eines Fürsten zu erkennen, wo geflügelte Greife drei Pferde anfallen.
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Geschrieben von Nanja Antonczyk ( marketing [at] scythianworld.com )

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